David Otunga, ehemaliger WWE Tag Team Champion und ausgebildeter Harvard-Jurist, sprach in einem langen Interview mit Ariel Helwani offen darüber, wie WWE während seiner aktiven Zeit mit seinen Ideen umgegangen ist. Er erklärte, dass mehrere seiner Vorschläge später in ähnlicher Form im TV verwendet wurden, ohne dass er dafür ausdrücklich genannt oder besonders geschützt wurde. Otunga machte deutlich, dass WWE dies laut Vertrag auch durfte, denn die Vereinbarungen mit dem Unternehmen legen fest, dass jede Idee, die ein Talent einbringt, automatisch der WWE gehört.
Otunga erklärte im Interview, dass er während seiner Zeit im Unternehmen viele Gedanken und Konzepte entwickelt habe, die später in ähnlicher Form im TV aufgetaucht seien. Nach seiner Darstellung sei dies rechtlich zulässig, allerdings für ihn persönlich enttäuschend gewesen. Er präzisierte, dass er aufgrund dieser Erfahrungen heute sehr genau abwäge, welche Ideen er öffentlich mitteilt und welche ausschließlich vertraulich präsentiert werden dürfen. Die folgende Aussage verdeutlicht diese Vorsicht besonders deutlich:
„Ich habe tatsächlich eine wirklich, wirklich coole Idee, die großartig wäre. Aber ich kann sie nicht teilen, weil mir jemand meine Idee stehlen würde. Die WWE hat mir im Laufe der Jahre so viele meiner Ideen gestohlen, und das ist ihnen vertraglich erlaubt, weil sie meine geistigen Eigentumsrechte besitzen, alles, was ich mir ausdenke.“
Otunga erklärte weiter, dass er eine umfassende Storyline entwickelt habe, die aus seiner Sicht in jeder Wrestling-Promotion funktionieren würde. Er beschrieb sie als Konzept für eine Gruppierung, die auf eine Weise aufgebaut sei, wie er sie bislang noch nicht im Wrestling gesehen habe. Er präzisierte, dass die Idee so strukturiert sei, dass sie ein langfristiges Narrativ mit klar definierten Rollen ermögliche, ohne sich an bestehenden Vorlagen anzulehnen.
Otungas mögliche Zukunftsrolle und seine Bedingungen für ein Comeback
Im Verlauf des Interviews sprach Otunga auch darüber, unter welchen Umständen er sich eine Rückkehr zur Wrestling-Branche vorstellen könnte. Der frühere WWE-Superstar betonte, dass er sich weniger als aktiven Wrestler sehe, sondern vielmehr in einer Rolle, die strategisches Denken, Präsenz und körperliche Eingriffsmöglichkeiten kombiniere. Er erklärte, dass er sich an Persönlichkeiten wie Paul Heyman orientiere, jedoch mit der Besonderheit, dass er in entscheidenden Situationen selbst eingreifen könne.
Otunga formulierte seine Vorstellung folgendermaßen: „Nun, wissen Sie, eigentlich würde ich sagen, dass mein Traum nicht nur ein weiteres Match wäre, sondern eher eine Rolle. Ich würde gerne als eine Art Manager zurückkommen. Stellen Sie sich Paul Heyman vor, ja, aber jemand, der sich einmischen und ordentlich aufräumen kann, wenn es nötig ist.“
Otunga erklärte, dass eine Rolle, in der er sowohl als Manager auftreten als auch bei Bedarf körperlich eingreifen könnte, perfekt zu ihm passen würde. Diese Position würde seinen Stärken entsprechen und ihm erlauben, eigene kreative Ideen einzubringen, ohne wieder an die typischen Vertragsbedingungen eines WWE-Talents gebunden zu sein. Er stellte außerdem klar, dass er sein geplantes Stable nur dann vorstellen oder umsetzen würde, wenn seine Idee vertraglich geschützt ist. Dazu sagte er: „Nein, das ist vertraulich. Dafür brauche ich eine Geheimhaltungsvereinbarung. Ich habe etwas, das wirklich großartig wäre.“
David Otunga über John Cena: Warum die Abschiedstour seinem Status nicht gerecht wurde
Im zweiten Teil des Interviews ging Otunga ausführlich auf John Cenas einjährige Abschiedsphase ein. Cena hatte sein letztes Match für WWE RAW im Madison Square Garden bestritten, bei dem er in einem Six-Man-Tag-Team-Match antrat. Otunga erklärte, dass dieser Moment zwar historisch bedeutsam gewesen sei, die Erwartungen vieler innerhalb der WWE-Fan-Community und auch seine eigenen jedoch nicht erfüllt habe.
Otunga erläuterte, dass Cena nach über zwei Jahrzehnten als Gesicht der WWE eine Präsentation verdient hätte, die emotionaler und spektakulärer ausfällt. Er äußerte: „Ehrlich gesagt hätte ich mir etwas mehr Spannung gewünscht. Ich glaube nicht, dass es das war, was die Leute erwartet hatten. Ich hätte mir für ihn eine Abschiedstournee wie die von Kobe gewünscht. Kobe hatte eine fantastische Abschiedstournee. Ich finde, Cena hat das verdient, denn seien wir ehrlich: Er tritt auf und sagt, er sei der Größte aller Zeiten, und damit hat er nicht unbedingt Unrecht. Ich meine, der Mann hat es wirklich verdient.“
Durch seine Formulierung machte Otunga deutlich, dass John Cena für ihn auf derselben Stufe steht wie große Sportikonen, die man über längere Zeit hinweg feierlich verabschiedet, ähnlich wie es bei Basketball-Legende Kobe Bryant der Fall war. Kobe Bryant erhielt in seiner letzten NBA-Saison eine monatelange, sehr emotionale Abschiedstour, bei der jede Stadt ihn mit besonderen Ehrungen würdigte. Otunga kritisierte im Vergleich dazu, dass Cenas letzter Auftritt bei Raw diese Bedeutung und das Vermächtnis des mehrfachen World Champions nicht im gleichen Maß eingefangen habe.
Er ergänzte weiter: „Ich hätte mir einfach mehr für ihn gewünscht. Ich weiß nicht einmal genau, was es hätte sein sollen, aber es hätte größer wirken müssen. Bei seinem letzten Raw im Madison Square Garden war das Six-Man Tag Team Match in Ordnung, aber für jemanden wie John Cena hätte ich ein großes Singles Match viel passender gefunden. Zeigt uns noch einmal das, wofür er steht und wofür wir ihn bei Raw all die Jahre gefeiert haben.“
Otunga betonte, dass seine Kritik nicht gegen Cena gerichtet sei. Im Gegenteil, er lobte ihn mehrfach als einen der bedeutendsten Wrestler seiner Generation und als jemanden, der das Unternehmen in mehreren Epochen repräsentiert habe. Seine Kritik richte sich ausschließlich an die Präsentation seitens der WWE.