Seit seinem Debüt im Jahr 2002 zählt John Cena zu den größten Superstars der WWE. Seine Karriere erstreckt sich über 23 Jahre, in denen er das Gesicht der Promotion entscheidend mitgestaltet hat. Vom hart arbeitenden Nachwuchstalent bis hin zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der modernen Wrestling-Geschichte hat Cena in dieser Zeit sowohl kreative als auch wirtschaftliche Umbrüche innerhalb des Unternehmens erlebt. Nun, da sich seine Karriere dem Ende zuneigt, spricht er ausführlich über die Entwicklung der WWE, die Gestaltung seiner Abschiedstournee und die Frage, warum er seinen finalen Gegner nicht selbst bestimmen möchte.
Cena nutzt seine junge Abschiedstour gezielt dazu, eine Bilanz seiner Zeit bei der WWE zu ziehen. Er reflektiert, was die Promotion heute ausmacht, wie er seinen eigenen Platz darin sieht und warum er der festen Überzeugung ist, dass es der ideale Zeitpunkt ist, die Fackel weiterzugeben. Seine Aussagen machen deutlich, dass seine Karriere zwar dem Ende entgegengeht, seine Rolle als Botschafter und Veteran aber wichtiger denn je geworden ist.
John Cena über die heutige Stärke der WWE
In einem ausführlichen Gespräch in der „ESPN First Take Show” erklärte John Cena, wie er die aktuelle Position der WWE einschätzt. Seiner Meinung nach befindet sich das Unternehmen in einer außergewöhnlichen Phase. Er hob hervor, dass die WWE heute über so viele strategische Partnerschaften verfügt wie nie zuvor. Die Integration in die ESPN-Familie, lukrative Medienverträge und das riesige internationale Publikum seien laut Cena entscheidende Säulen für eine stabile und erfolgreiche Zukunft.
Cena bezeichnete die derzeitige Lage als eine Zeit, in der es noch nie besser gewesen sei, Teil der WWE zu sein. Er verwies darauf, dass sowohl die kreativen Strukturen als auch die Athleten des aktuellen Rosters auf einem Niveau arbeiten, das ihm großen Respekt abverlange. Die heutige Generation sei in der Lage, Moves, Matchgeschwindigkeiten und Athletik abzurufen, die sich zu Beginn seiner Laufbahn niemand hätte vorstellen können. Dies führe dazu, dass er selbst spüre, wie der richtige Moment gekommen sei, den nächsten Schritt zu gehen.
Cena erläuterte, dass er sich trotz seines Alters von 48 Jahren körperlich gut fühle. Sein Training, seine Vorbereitung und sein Verständnis für den Ring seien auch nach so vielen Jahren auf einem hohen Niveau. Trotzdem wolle er nicht abwarten, bis seine Leistung nachlasse. Stattdessen wolle er bewusst Platz schaffen, damit andere in das Licht treten können.
Warum John Cena seinen letzten Gegner nicht selbst auswählt
Ein besonders symbolischer Bestandteil seiner Abschiedstour ist das The Last Time Is Now Tournament, in dem der Gegner für sein allerletztes Match ermittelt wird. Cena erklärte bei First Take, warum er sich bewusst dagegen entschieden hat, seinen finalen Kontrahenten persönlich auszuwählen. Für ihn wäre dies ein Bruch mit den Grundsätzen, die seine Karriere von Beginn an geprägt haben.
Er erinnerte daran, dass sein eigenes Debütmatch nur durch einen Zufall zustande kam. The Undertaker war krankheitsbedingt ausgefallen. Dadurch öffnete sich für ihn die Tür, die seine Laufbahn von Grund auf veränderte. Cena sieht darin bis heute das perfekte Beispiel dafür, wie Chancen im Wrestling entstehen können. Aus diesem Grund möchte er selbst niemandem eine bevorzugte Position geben. Vielmehr soll jeder, der sich im Turnier beweisen kann, die Möglichkeit erhalten, ihn in den Ruhestand zu schicken.
Cena betonte, dass sowohl etablierte Namen als auch Außenseiter im Turnier eine reelle Chance erhalten sollen. Es sei für ihn ein besonderer Gedanke, dass der letzte Gegner seiner langen Karriere nicht durch Popularität, persönliche Entscheidungen oder Nostalgie bestimmt werde, sondern strukturiert durch Leistung und sportlichen Wettbewerb. Ein solches Turnier sei für ihn die beste Art, der modernen WWE Rechnung zu tragen. Es sei auch eine Botschaft an alle, die von einer Karriere im Wrestling träumen: Jeder habe die Möglichkeit, wenn er sich beweisen könne.
Er beschrieb diesen Ansatz nicht nur als sportliche Entscheidung, sondern als eine Form der Wertschätzung gegenüber der neuen Generation. Das letzte Match solle nicht ausschließlich die Geschichte von John Cena erzählen, sondern die Geschichte der WWE und all jener, die im kommenden Jahrzehnt dieses Unternehmen tragen werden.
Die Rolle der NXT-Talente und Cenas Wunsch nach einer Plattform für die Zukunft
Dieser Fokus wird insbesondere beim WWE Saturday Night’s Main Event TV-Special am 13. Dezember sichtbar werden. Neben seinem Abschiedsmatch werden dort auch Begegnungen stattfinden, in denen NXT-Wrestler gegen Main-Roster-Stars antreten. Cena betonte mehrfach, wie wichtig es ihm sei, dass die nächste Generation nicht nur am Rand stehe, sondern selbst im Rampenlicht stehe. Seine Tour soll eine Brücke sein und den Weg für Athleten ebnen, die in den kommenden Jahren zu festen Größen der WWE werden könnten.
Er stellte klar, dass diese Idee ein wesentlicher Bestandteil seines Konzeptes für die Abschiedstour sei. Die Generation, die vor ihm aktiv war, habe ihm diese Chance ebenfalls ermöglicht. Es sei für ihn selbstverständlich, dass er dasselbe für die Wrestler tue, die nach ihm kommen. Genau darin sieht er den Wert seines letzten WWE Jahres.
Der Blick auf die WWE Hall of Fame 2026
Parallel zu den Entwicklungen rund um seine Abschiedstour verdichten sich die Hinweise, dass Cena in naher Zukunft die nächste bedeutende WWE-Auszeichnung erhalten wird. Laut einem Bericht von Bryan Alvarez arbeitet die WWE daran, John Cena im Jahr 2026 als Headliner in die WWE Hall of Fame aufzunehmen. Dies wäre eine Anerkennung für seine langjährige Rolle als einer der wichtigsten Performer, die das Unternehmen je hervorgebracht hat.
Cena startete seine Karriere mit dem Match gegen Kurt Angle im Jahr 2002 und wurde nur drei Jahre später zum ersten Mal WWE Champion. Über ein Jahrzehnt hinweg trug er die Promotion als zentrale Figur. Seit 2017 trat er seltener auf, da er sich zunehmend auf seine Filmkarriere konzentrierte. Bereits im Jahr 2012 wurde er in die Wrestling Observer Hall of Fame aufgenommen. Die mögliche WWE Hall of Fame Aufnahme würde somit sein sportliches Lebenswerk abrunden.