JBL über die harten Anfangsjahre von The Miz bei WWE: „Ich hatte nichts damit zu tun“

The Miz (links) und JBL (rechts) schauen sich angespannt an

Als The Miz Mitte der 2000er Jahre in die WWE kam, war er für viele Fans ein ungewöhnlicher Neuzugang. Er hatte keinen klassischen Wrestling-Hintergrund, sondern war aus dem Reality-TV bekannt. Zuvor war er Teilnehmer der MTV-Formate „The Real World“ und „Road Rules“, ehe er sich über die Show „Tough Enough“ einen Platz bei der WWE erkämpfte. Doch dieser unkonventionelle Weg ins Wrestling brachte ihm in den Umkleiden der WWE keine Sympathiepunkte ein.

Viele seiner damaligen Kollegen begegneten ihm mit Misstrauen. Hinter den Kulissen galten ehemalige Reality-Stars in der traditionellen Wrestling-Kultur als Eindringlinge, die sich ihren Platz nicht durch harte Arbeit auf den unabhängigen Bühnen des Geschäfts verdient hatten. The Miz wurde als jemand angesehen, der Ruhm aus dem Fernsehen mitbrachte, aber keine Wurzeln im Wrestling hatte.

Diese Haltung führte dazu, dass Miz während seiner ersten Jahre im Unternehmen auf Ablehnung stieß. Besonders bekannt wurde ein Vorfall, bei dem er aus dem WWE-Umkleideraum verbannt wurde. Anlass war angeblich, dass er Hähnchen über der Tasche eines Kollegen gegessen hatte. Dieses Verhalten wurde als Zeichen mangelnden Respekts aufgefasst, was in der damaligen WWE-Kultur schnell Konsequenzen hatte.

Die Geschichte um seine Verbannung wurde später sogar Teil der TV-Storyline. Dabei übernahm WWE-Hall of Famer John „Bradshaw“ Layfield, besser bekannt als JBL, die Rolle des Verantwortlichen. Viele Fans glaubten daraufhin, JBL habe The Miz tatsächlich aus dem Umkleideraum geworfen.

JBL bestreitet Beteiligung: „Ich hatte damit nichts zu tun“

In einer aktuellen Ausgabe des Podcasts „Something to Wrestle With“ klärte JBL nun auf, dass er mit dem Vorfall in Wahrheit nichts zu tun hatte.

„Man macht es einem Neuling immer schwerer, besonders, wenn er aus einem anderen Bereich kommt“, sagte JBL. „Aber ich hatte mit der Entscheidung, ihn aus dem Umkleideraum zu werfen, nichts zu tun. Er wurde hinausgeschickt, weil er über Scott Armstrongs Tasche Hähnchen gegessen hat – das war der Grund. Ich habe nur später davon erfahren.“

Damit bestätigte JBL zwar den Vorfall an sich, distanzierte sich aber klar von jeder persönlichen Beteiligung. Er stellte zudem klar, dass die damalige Stimmung im Locker Room keineswegs darauf abzielte, Miz scheitern zu sehen. Vielmehr habe man ihm den Einstieg bewusst schwer gemacht, um zu testen, ob er das Durchhaltevermögen habe, das man von einem WWE-Superstar erwarte.

Respekt für The Miz: Vom Reality-Star zum WWE-Aushängeschild

Trotz der schwierigen Anfangszeit zeigte sich JBL im Podcast voller Respekt für The Miz und dessen Karriere. Er hob hervor, dass es kaum einen Wrestler gegeben habe, der unter derart schwierigen Bedingungen angefangen und dennoch so viel erreicht habe.

„Ich habe noch nie jemanden gesehen, der mit einem so stark besetzten Kader angefangen und es geschafft hat“, erklärte JBL. „Er hatte von Anfang an mit Leuten zu tun, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere standen. Es war eine fast unhaltbare Situation, und doch hat er sich durchgesetzt. Das zeigt, wie entschlossen und professionell Miz ist.“

JBL betonte, dass Miz ohne die klassische Ausbildung durch die früheren Wrestling-Territorien direkt ins Rampenlicht der WWE geworfen wurde. Wo andere über Jahre hinweg Erfahrung auf kleineren Bühnen sammelten, musste Miz seine Fähigkeiten sofort vor einem weltweiten Publikum beweisen. Für JBL ist diese Tatsache Beleg dafür, dass Miz nicht nur Talent, sondern auch außergewöhnliche Disziplin besitzt.

„Er ist ein einmaliger Performer“

In der Podcast-Folge lobte JBL The Miz mehrfach als „einmaligen Performer“. Er erklärte, dass Miz trotz eines für die meisten unüberwindbaren Starts eine beeindruckende Karriere hingelegt habe.

„Nur wenige von hunderttausend hätten das geschafft, was Miz geschafft hat“, sagte JBL. „Er hatte keinen einfachen Weg, keine Ausbildung, keine Territorien. Er kam aus einer Reality-Show und trat sofort im globalen Fernsehen auf. Das ist eine fast unmögliche Situation, und trotzdem hat er es geschafft.“

JBL betonte auch, dass Miz ein harter Worker sei, der viel mehr Durchhaltevermögen zeige, als ihm viele in den Anfangsjahren zugetraut hätten. „Die Leute sagten immer, Miz sei nicht hart genug. Aber das ist Unsinn. Schon in Tough Enough hat er bewiesen, dass er hart im Nehmen ist. Er hat sich im Boxkampf behauptet und später im WWE-Ring bewiesen, dass er dazugehört.“

Für JBL steht fest, dass The Miz seinen Platz in der Geschichte des Sports Entertainment verdient hat. Er lobte insbesondere dessen Vielseitigkeit, Charisma und die Fähigkeit, sowohl im Ring als auch am Mikrofon zu überzeugen.

Missverständnisse und der Humor backstage

JBL nutzte den Podcast auch, um ein weiteres Missverständnis aus der Welt zu schaffen. Über Jahre hinweg kursierten Geschichten, er habe The Miz regelmäßig mit Spott oder Schikanen bedacht. JBL stellte klar, dass diese Behauptungen aus harmlosen Späßen zwischen ihnen entstanden seien, die von anderen missinterpretiert wurden.

„Ich habe ihn manchmal spaßhaft ‚Miss‘ genannt“, erzählte JBL. „Das war ein Running Gag zwischen uns. Manche hielten das für Mobbing, aber das ist völliger Blödsinn. Miz hat das verstanden und selbst darüber gelacht. Es war nie böse gemeint.“

JBL machte deutlich, dass er The Miz immer respektiert habe, auch wenn dessen Weg nicht dem klassischen Wrestling-Muster entsprach. Heute, fast zwei Jahrzehnte nach seinen ersten Matches, gilt The Miz als einer der konstantesten und vielseitigsten Performer der WWE.

The Miz hat seit seinem Debüt im Jahr 2004 zahlreiche Titel gewonnen, darunter mehrfache Regentschaften als Intercontinental Champion, United States Champion und Tag Team Champion. 2010 gewann er den Money in the Bank-Koffer und wurde später WWE Champion. Darüber hinaus moderierte er eigene Shows, spielte in Filmen mit und wurde zu einem der bekanntesten Gesichter der WWE.

Für JBL ist genau das der Beweis, dass Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen sich am Ende auszahlen. „Miz ist jemand, der sich alles erarbeitet hat. Niemand hat ihm etwas geschenkt“, so JBL. „Er wurde verspottet, ausgeschlossen und unterschätzt – und hat es trotzdem geschafft, ein Weltstar zu werden.“

3 Kommentare

  1. Und am Ende sind sie alle gleich, egal welchen Hintergrund man hat. Man erleidet die gleichen Schmerzen, man schwitzt den gleichen Schweiß, man blutet das gleiche Blut usw. Ich finde Miz ist ein Wahnsinns Mic Worker und im Ring ist er auch ein echt guter Worker der immer professionell im Ring ist und auf seine Gegner aufpasst. Finde ich zumindest.

    Ich glaube mal gelesen zu haben, das Taker ihn wieder zurück in die Umkleidekabine zurück geholt hat. Kann das sein?

      • Stimmt daran erinner ich mich noch… kommt wohl auch nicht von ungefähr das Miz und Taker super selten zusammen gearbeitet haben.

        Naja man kann nicht mit jedem auskommen… egal was war, die KArriere von Miz ist doch wirklich beeindurckend und gut gelaufen. Wer hätte ihm das denn zugetraut als er noch als „Mike Mizanin“ bei WWE auftrat in seinen ersten Jahren?

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