John Cena offen wie nie: Verpasstes Goldberg-Match, ehrliche Worte über Familie, klare Absage an Musik-Revival und Filmprojekte

John Cena zählt zu den größten Namen in der Geschichte der WWE. Mit 17 gewonnenen World Championships, zahllosen Main Events bei WrestleMania und einem unverwechselbaren Charisma prägte er mehr als ein Jahrzehnt die größte Wrestling-Promotion der Welt. In den vergangenen Jahren hat Cena seinen Fokus zunehmend nach Hollywood verlagert, wo er in Blockbustern wie „Fast & Furious 9“, „The Suicide Squad“ und der erfolgreichen HBO-Serie „Peacemaker“ zu sehen war.

Trotz seines vollgepackten Terminkalenders sucht Cena regelmäßig den Kontakt zu seinen Fans. So trat er kürzlich auf der FAN EXPO Boston auf und stellte sich in einem offenen Q&A-Panel zahlreichen Fragen zu Wrestling, Privatleben und seiner musikalischen Vergangenheit. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass Cena kein Problem damit hat, auch unbequeme oder sehr persönliche Fragen ehrlich zu beantworten.

Warum es nie zum Traumduell gegen Goldberg kam

Ein Thema, das viele Wrestling-Fans seit Jahren bewegt, ist die nie realisierte Paarung zwischen John Cena und Goldberg. Während Goldberg in den 2000er- und 2010er-Jahren mehrfach in die WWE zurückkehrte und große Matches gegen Stars wie Brock Lesnar, The Undertaker oder Roman Reigns bestritt, kam es mit Cena nie zu einer direkten Auseinandersetzung.

Als ein Fan in Boston direkt fragte, warum es dieses Match nie gegeben habe, gab Cena eine klare und kurze Antwort: „Ganz einfach – niemand hat mich jemals darum gebeten. Das ist die ehrlichste Antwort, die ich geben kann.“

Statt lange über verpasste Chancen zu sprechen, lenkte Cena den Blick auf seine Einstellung zum Leben. „Anstatt das Leben als ‘warum habe ich nicht’ zu betrachten, sehe ich es lieber als ‘ich muss’ oder ‘ich darf’. Und ich denke, das ist eine gute Perspektive, die man haben sollte.“

Der 48-Jährige erinnerte zugleich daran, dass er bereits mit vielen der größten Namen seiner Ära im Ring stand. Von The Rock über CM Punk bis hin zu AJ Styles, Seth Rollins und Edge – Cenas Liste an hochkarätigen Gegnern spricht für sich. Dennoch räumte er ein, dass es natürlich einige Legenden wie André the Giant oder „Stone Cold“ Steve Austin gebe, gegen die er gerne angetreten wäre, auch wenn diese Begegnungen zeitlich nicht möglich gewesen wären.

Keine Vaterschaftspläne in Sicht

Ein besonders bewegender Moment entstand, als ein junges Mädchen aus dem Publikum Cena fragte, ob er sich vorstellen könne, irgendwann einmal Kinder zu haben. Anstatt die Frage mit einem Scherz abzutun oder auszuweichen, antwortete Cena nachdenklich und ungewöhnlich ehrlich: „Im Moment nicht. Warum? Nun… weil Kinder nun mal jemanden brauchen, der sich auch wirklich um sie kümmert.“

Cena erklärte, dass sein derzeitiges Leben mit vielen Filmdrehs, Presseterminen und einzelnen WWE-Auftritten so vollgepackt ist, dass für eine verantwortungsvolle Elternschaft kaum Platz bleibt. „Ich habe jetzt schon 43 Tage am Stück gearbeitet und vor mir liegen noch einmal 20 weitere. Wenn man ein Kind in die Welt setzt, das Fürsorge und bedingungslose Liebe braucht, dann erfordert das sehr viel Zeit – und diese Zeit habe ich momentan einfach nicht.“

Er erklärte, dass er es als unfair empfinden würde, ein Kind in die Welt zu setzen, ohne ihm die volle Aufmerksamkeit und Fürsorge geben zu können. „Ich möchte also keine unverantwortliche Entscheidung treffen und ein Leben in die Welt setzen, das ich vernachlässigen werde. Ich finde das nicht fair.“

Zum Abschluss bedankte sich Cena ausdrücklich bei dem Fan für den Mut, eine so persönliche Frage gestellt zu haben. Dieser Moment unterstrich, wie sehr Cena trotz seines Superstar-Status den direkten Austausch mit den Fans schätzt.

Keine Neuauflage von „You Can’t See Me“ geplant

Neben Wrestling und Familie kam auch Cenas Musikkarriere zur Sprache. Im Jahr 2005 veröffentlichte er gemeinsam mit seinem Cousin Tha Trademarc das Rap-Album „You Can’t See Me“, das in den USA über eine Million Mal verkauft und mit Platin ausgezeichnet wurde. Vor allem der Song „The Time Is Now“ wurde weltbekannt, da er bis heute Cenas WWE-Einzugsmusik ist.

Zum 20-jährigen Jubiläum des Albums wollten Fans wissen, ob es Pläne für eine Neuauflage, eine Vinyl-Edition oder bislang unveröffentlichte Songs gebe. Cena machte jedoch klar, dass dies nicht der Fall sei: „Verdammt, diese Songs, die nicht veröffentlicht wurden – sie wurden nicht veröffentlicht, weil sie scheiße sind. Ihr wollt doch nicht, dass ich ein Album mit schlechter Musik herausbringe.“

Er betonte, dass er nichts veröffentlichen wolle, was seinen eigenen Qualitätsansprüchen nicht gerecht werde. „Wenn wir nichts Neues zu bieten hätten, wäre es wohl nicht gut. Also halte ich mich damit im Moment zurück.“ Mit dieser Antwort machte Cena deutlich, dass er keine nostalgischen Projekte aus kommerziellen Gründen verfolgt, sondern sich treu bleibt und auf Authentizität setzt.

Gespräche über Rollen im Marvel-Universum

Neben Wrestling, Familie und Musik sprach Cena auch über seine Karriere als Schauspieler. Auf die Frage, ob es Projekte gab, die ihm viel bedeutet hätten, aber nicht zustande gekommen seien, berichtete Cena von mehreren frühen Gesprächen. Dazu gehörten Überlegungen zu einem „Duke Nukem“-Film, eine mögliche Rolle in der „Terminator“-Reihe und auch Gespräche über das Marvel Cinematic Universe.

„Das Schwierige am Film ist, dass man sich nicht zu früh freuen darf. Es gab viele Ideen, aber oft bleiben sie in der Planungsphase stecken. Es gab eine Zeit lang ein Duke-Nukem-Projekt. Es war die Rede davon, dass ich möglicherweise im Terminator-Universum mitspiele. Und es gab auch Gerüchte über mich im Marvel-Universum“, erklärte Cena.

Er betonte, dass es wichtig sei, Erwartungen realistisch zu halten, um Enttäuschungen zu vermeiden. „Wir alle sind frustriert, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Deshalb versuche ich, erst dann voll zu investieren, wenn ein Projekt wirklich bestätigt ist.“ Sobald es aber ernst werde, gebe er alles, um die Chance zu nutzen.