Ronda Rousey über Vince McMahon, ihre WWE-Zeit, Zweifel am eigenen Vermächtnis und eine mögliche Rückkehr

Ronda Rousey blickt zu den Fans

Ronda Rousey hat im Podcast The Lapsed Fan eindrucksvoll verdeutlicht, dass sie nie eine enge oder vertrauensvolle Beziehung zu Vince McMahon hatte. Die frühere UFC-Dominanzkämpferin, die 2018 mit großem Hype zur WWE wechselte, beschrieb McMahon als jemanden, der es vermied, mit ihr auf direktem Wege zu kommunizieren. Stattdessen habe er auf das zurückgegriffen, was sie als „schäbige Schausteller-Taktiken“ bezeichnete.

Rousey führte aus, dass McMahon aus Angst vor einer direkten Konfrontation stets Umwege gesucht habe. Ihrer Einschätzung nach habe er es vermieden, ihr offen ins Gesicht zu sagen, was er denke, da er befürchtete, auf direkte Gegenwehr zu stoßen. Dies habe bei ihr den Eindruck hinterlassen, dass McMahon eine Art „Umweg-Typ“ sei, der Dinge lieber hinter den Kulissen regelte, anstatt klare Worte zu finden.

Im direkten Vergleich hob Rousey die Zusammenarbeit mit UFC-Präsident Dana White hervor, der für sie immer eine klare und direkte Führungsperson war. White habe stets gesagt, was er meine, während McMahon ihrer Darstellung nach Aussagen nur nutzte, um sie schnell aus dem Raum zu bekommen, bevor er hinterrücks anders handelte. Für Rousey war dieser Stil nicht tragbar, da sie jemanden brauche, der ehrlich und geradlinig ist.

Ihre Kritik an McMahon ist Teil einer längeren Liste von Aussagen, die ehemalige WWE-Talente seit seinem Rückzug aus dem aktiven Geschäft öffentlich gemacht haben. Dass Rousey so deutlich spricht, zeigt, wie tief die Enttäuschung über ihre Zusammenarbeit mit ihm sitzt.

Chaos, Enttäuschungen und keine Rückkehr zu WWE

In einem Interview mit Raj Prashad für Yahoo’s Uncrowned machte Rousey unmissverständlich klar, dass eine Rückkehr zur WWE für sie nicht infrage kommt. Sie bezeichnete ihre Zeit bei der Company als chaotisch und von unnötigem Stress geprägt und sagte, sie habe diese Erfahrung hinter sich gelassen.

Besonders betonte sie den Verlust enger Weggefährtinnen, die für sie einen wichtigen Anreiz dargestellt hätten. Mit Shayna Baszler, Marina Shafir und Jessamyn Duke verband sie die Vision eines großen Four-Horsewomen-Programms. Dieses Projekt war über Jahre hinweg ein Thema, doch WWE setzte es nie in die Tat um. Stattdessen endete ihre Zusammenarbeit mit dem Bruch dieser Gruppe: Baszler wurde zwischenzeitlich entlassen, Shafir wechselte zu AEW und Duke beendete ihre Karriere nach ihrer WWE-Entlassung im Jahr 2021.

Damit verlor Rousey den letzten emotionalen Anker, der sie bei der WWE hätte halten können. Sie machte deutlich, dass sie bei ihrem ursprünglichen Einstieg alles erreicht hatte, was sie sich vorgenommen hatte. Ihr WrestleMania-Debüt an der Seite von Kurt Angle, ihr Titelgewinn der Raw Women’s Championship und schließlich der historische Main Event bei WrestleMania 35 stellten für sie Meilensteine dar. Danach habe sie nur noch Spaß mit ihren Freundinnen haben wollen, doch da keine von ihnen mehr Teil der Promotion sei, gebe es auch für sie keinen Grund, zurückzukehren.

Ihre Entscheidung spiegelt eine Haltung wider, die sie bereits nach ihrem letzten WWE-Match beim SummerSlam 2023 gegen Shayna Baszler erkennen ließ. Anschließend trat sie lediglich noch bei einer Ring of Honor-Veranstaltung auf, bevor sie endgültig den Rückzug aus dem Wrestling vollzog.

Zweifel an der Anerkennung ihres Vermächtnisses

Ein weiteres Thema, das Rousey im Lapsed Fan Podcast ansprach, betrifft die Frage nach ihrem Vermächtnis im Womens-Wrestling. Auf die Frage, ob sie glaube, in zehn Jahren als eine der Frauen anerkannt zu werden, die die „Glasdecke“ durchbrachen und den Weg in den Main Event ebneten, reagierte sie mit Skepsis.

Rousey erklärte, dass es ihr im Grunde egal sei, ob ihr Name in den Geschichtsbüchern der WWE vorkomme oder nicht. Sie sei überzeugt, dass Frauen auch in Zukunft die Hauptrollen in der WWE spielen würden, unabhängig davon, ob ihre eigenen Beiträge offiziell gewürdigt würden.

Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sie viele mutige Dinge hinter den Kulissen getan habe, die der Öffentlichkeit nie bekannt wurden. Sie habe oft den Nervenkitzel gesucht, im Moment etwas Bedeutendes zu tun, ohne dass es zwingend Anerkennung brauche. Für sie sei es wichtiger gewesen, sich selbst etwas zu beweisen, als Applaus oder öffentliche Anerkennung zu erhalten.

Sie stellte klar, dass nicht jeder ihre Leistungen sehen oder würdigen werde. Doch sei sie überzeugt, dass alle Frauen, die nach ihr bei WWE ihren Platz gefunden haben, von den Wegen profitiert hätten, die sie mit vorbereitet habe. Auch wenn ihre persönliche Rolle möglicherweise in der offiziellen WWE-Geschichte verblassen könnte, sieht Rousey ihre Spuren als unumstößlich an.

Rückblick auf ihre Karriere bei WWE

Ronda Rousey feierte ihr Debüt bei WWE am 28. Januar 2018 beim Royal Rumble, als sie nach dem ersten Women’s Royal Rumble Match überraschend in der Halle erschien. Drei Monate später gab sie bei WrestleMania 34 ihr In-Ring-Debüt in einem Mixed Tag Team Match, in dem sie gemeinsam mit Kurt Angle gegen Triple H und Stephanie McMahon antrat. Das Match wurde von vielen Kritikern als eines der besten Debüts in der Geschichte der Veranstaltung gelobt.

Im selben Jahr gewann sie die Raw Women’s Championship und dominierte die Division über mehrere Monate hinweg. Ihr größter Karrieremoment folgte im April 2019, als sie zusammen mit Becky Lynch und Charlotte Flair den ersten WrestleMania-Main-Event bestritt, in dem Frauen das letzte Match des Abends bestritten. Dieses historische Triple-Threat-Match bei WrestleMania 35 gilt als Wendepunkt für die Position des Womens Wrestlings in der WWE.

Obwohl sie in dieser Zeit wichtige Meilensteine erreichte, blieb Rousey stets eine polarisierende Figur. Während ein Teil der Fan-Community ihre sportliche Ausstrahlung und ihren Star-Faktor schätzte, empfanden andere ihre Matches als zu limitiert und ihre Promos als wenig überzeugend. Nach ihrer Rückkehr im Jahr 2022 gewann sie die SmackDown Women’s Championship, konnte jedoch nicht dauerhaft die Erwartungen erfüllen.

Ihr letztes WWE-Match fand beim SummerSlam 2023 gegen Shayna Baszler statt, das als MMA-Rules-Match ausgetragen wurde. Nach dieser Begegnung erklärte Rousey, dass sie das Kapitel Wrestling schließen werde.

Ronda Rousey über eine mögliche WWE-Rückkehr

Im Gespräch mit Yahoo Sports bezog Rousey erneut Stellung zu Spekulationen über ein mögliches Comeback. Sie erklärte, dass die WWE ihr bei ihrem Abschied signalisiert habe, dass die Tür jederzeit offenstehe, sollte sie den Wunsch verspüren, zurückzukehren. Gleichzeitig stellte sie jedoch klar, dass eine Rückkehr für sie kaum realistisch sei.

Die 38-Jährige verwies darauf, dass ihr aktuelles Leben nicht mit den Anforderungen des WWE-Alltags vereinbar sei. Sie sei inzwischen Mutter von zwei Töchtern und hoffe, ihre Familie in den kommenden Jahren noch zu vergrößern. Ein dauerhaftes Leben auf Tournee könne sie mit ihrer Rolle als Mutter nicht vereinbaren.

„Sie (die WWE) meinten: Die Tür steht immer offen, wenn du jemals zurückkommen willst, gib uns Bescheid. Aber ich glaube nicht, dass ich jemals wieder mit der Firma auf Reisen sein könnte. Ich habe jetzt zwei Töchter und hoffe, dass wir bald noch mehr Kinder bekommen können. Es gibt einfach keinen Platz in meinem Leben, um diesen Lebensstil und eine Familie gleichzeitig zu führen“, erklärte Rousey.

Ihre Worte bestätigen, dass aktuell die Familie für sie im Mittelpunkt steht. Auch wenn die WWE eine Rückkehr ermöglicht, macht Rousey deutlich, dass sie ihre Zukunft außerhalb des Wrestling-Businesses sieht. Für die Fans bedeutet dies, dass ein weiterer Auftritt der „Baddest Woman on the Planet“ in naher Zukunft nicht zu erwarten ist.

6 Kommentare

  1. Fand sie ganz in Ordnung, hätte noch mehr Training und Feinschliff benötigt, sowie passende Storys.

    WWE hat schon ganz andere Damen zurückgebracht, die weit aus langweiliger oder gar schlechter waren. Siehe aktuell Lee, ohne Punk wäre sie auch nie zurückgekehrt.

    Nur scheint die WWE eher auf Girlies zu stehen, als auf Powerfrauen

  2. Fand sie bei ihrem WWE Run zunächst sehr gut, mochte sie, kam gut rüber, hat an sich gefeilt und hat mal ne andere Gangart bei den Matches an den Tag gelegt mit deutlich heftigerer physis. Ihr run hat was das physische angeht auch allgemein das Frauenwrestling bei WWE voran gebracht… Sie, Charlotte und Becky Lynch sind die nächsten Schritte zuerst gegangen. Jetzt geht kaum ein Frauenmatch mehr spurlos an den Akteuren vorbei. Das war früher anders. Das Frauenwrestling ist also auch wegen ihr noch ne Stufe Erwachsener geworden.

    Aber es war auch früh zu erkennen das sie sich dem Wrestling nicht verschrieben hat. Es war mehr eine Art ernstgenommenes Hobby. Später war klar das es wohl tatsächlich eher gewisse Weggefährten waren die sie bei WWE hielten, das reicht dann nicht weit. Nach den ersten Jahren hat man erkannt das sie eigentlich nicht mehr will.

    Sie hat sich offenkundig langfristig was andere vorgestellt, auch mit den hier genannten Freundinnen. Andererseits… wenn es echte Freunde wären, wieso ist der Kontakt dann verloren gegangen? Also so eng waren sie dann wohl doch nicht.

    Wie auch immer, ihre Vorstellungen waren was anderes, die wurden nicht erfüllt, sie ist also gegangen und hat sich vom Wrestling ganz verabschiedet, ist ok so. War einfach nicht das richtige für sie.

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