Ronda Rousey: Wrestling für sie „so ziemlich vorbei“

Ronda Rousey wirkt lustlos im Ring

Ronda Rousey hat in einem ausführlichen Gespräch im Podcast „The Lapsed Fan“ offen über ihre Zukunft im Wrestling gesprochen. Die ehemalige UFC-Champion und mehrfache WWE Women’s Champion machte dabei deutlich, dass Wrestling für sie „so ziemlich vorbei“ sei. Damit gab sie zwar keinen endgültigen Rücktritt bekannt, deutete aber an, dass Wrestling für sie aktuell keine Rolle mehr spielt.

Rousey berichtete, dass sie ursprünglich zur WWE gekommen sei, um gemeinsam mit Shayna Baszler, Jessamyn Duke und Marina Shafir – bekannt als die Four Horsewomen – in den Ring zu steigen. Diese Konstellation wurde über Jahre hinweg von Fans gefordert und von der WWE mehrfach angedeutet, jedoch nie umgesetzt. Für Rousey blieb es eine große Enttäuschung, dass dieses Ziel in ihrer aktiven Zeit nicht verwirklicht wurde.

Verpasste Chancen und ein entscheidendes Match

In ihrem zweiten WWE-Run stellte Rousey klar, dass sie nur bleiben würde, wenn sie endlich ein Programm mit Shayna Baszler umsetzen könne. Dieses ultimative Ziel wurde ihr schließlich beim SummerSlam 2023 erfüllt, als sie in einem MMA-Rules Match auf ihre langjährige Freundin traf. Dieses Duell markierte bislang ihr letztes WWE-Match und gleichzeitig den Schlusspunkt ihrer zweiten Amtszeit in der Company.

Die fehlende Umsetzung einer Storyline mit den Four Horsewomen betrachtet Rousey rückblickend als Symbol für die verpassten Chancen während ihrer WWE-Karriere. Trotz großer Popularität und sportlicher Erfolge hatte sie stets das Gefühl, nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können.

Vom Debüt zur WrestleMania-Historie

Rouseys Karriere in der WWE begann mit einem Paukenschlag. Bei WrestleMania 34 im Jahr 2018 feierte sie ihr offizielles Debüt in einem Mixed Tag Team Match, in dem sie gemeinsam mit Kurt Angle gegen Triple H und Stephanie McMahon antrat. Das Match wurde zu einem der Höhepunkte der Show, und Rousey erhielt viel Lob für ihre natürliche Präsenz und Athletik im Ring.

Noch im selben Jahr sicherte sie sich ihre erste RAW Women’s Championship, als sie beim SummerSlam Alexa Bliss besiegte. Mit ihrer intensiven Darstellung und ihrem kämpferischen Stil prägte sie die Division nachhaltig. Ein Höhepunkt ihrer Karriere war der historische Main Event von WrestleMania 35 im Jahr 2019. In diesem bestritt sie gemeinsam mit Becky Lynch und Charlotte Flair das erste reine Women’s Main Event der Veranstaltung. Auch wenn sie dort ihre Championship an Becky Lynch verlor, schrieb sie damit Wrestling-Geschichte.

Frustration über kreative Grenzen

Trotz der großen Erfolge schilderte Rousey im Podcast die zunehmende Frustration über kreative Einschränkungen in der WWE. Sie sei immer wieder auf Kompromisse gestoßen, die ihr das Gefühl gaben, nicht ihr volles Potenzial entfalten zu können.

„Ich musste aufhören, weil ich gemerkt habe, dass sie mir niemals erlauben würden, es so gut zu machen, wie es nur geht. Auf halbem Weg in dieser Mittelmäßigkeit entgegenzukommen, hätte meine Seele zerquetscht“, erklärte sie. Diese Worte zeigen, dass ihr Rückzug offenbar weniger mit mangelndem Interesse am Wrestling zu tun hatte, sondern vielmehr mit den Bedingungen, die sie bei WWE vorfand.

Aktivitäten außerhalb der WWE

Nach ihrem SummerSlam-Match 2023 trat Rousey noch vereinzelt außerhalb der WWE auf, unter anderem bei Ring of Honor, wo sie an der Seite von Marina Shafir im Ring stand. Diese Auftritte waren jedoch kurz und dienten eher dem Wunsch, noch einmal mit engen Freunden zusammenzuwirken, als dem Versuch, eine neue Wrestling-Karriere zu beginnen.

Abseits des Rings verlagerte Rousey ihren Fokus zunehmend auf ihr Privatleben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem ehemaligen UFC-Kämpfer Travis Browne, lebt sie auf einer Ranch in Kalifornien. Anfang 2025 kam ihre zweite Tochter zur Welt, was ihre Prioritäten noch stärker in Richtung Familie verschob.

Kreative Projekte und ein neues Kapitel

Neben ihrer Rolle als Mutter widmet sich Rousey auch kreativen Projekten. Sie arbeitet an Comics, Filmideen, Drehbüchern und Kampfchoreografien. Viele der Fähigkeiten, die sie im Wrestling und in der UFC erlernte, überträgt sie auf ihre neuen Tätigkeiten. „Ich nehme alles mit, was ich beim Pro-Wrestling gelernt habe, und wende es auf meine anderen Leidenschaften an“, erklärte sie im Podcast, während sie ihre Erfahrungen aus dem Wrestling-Sport mit ihren Hobbys verband.

Rousey bezeichnete ihre Zeit bei WWE nicht als verschwendet, sondern vielmehr als eine Art „Sabbatical“, das ihr neue Perspektiven eröffnet habe. Sie sieht die Phase als eine Zeit des Lernens, die sie nun auf anderen Wegen einsetzen kann.

Offenes Ende für die Wrestling-Zukunft

Auch wenn Rousey deutlich machte, dass Wrestling für sie aktuell keine Rolle mehr spielt, ließ sie bewusst eine Rest-Unklarheit. Ihre Aussage „so ziemlich vorbei“ ist eine Formulierung, die eine Rückkehr nicht gänzlich ausschließt. Sie hat keinen offiziellen Rücktritt verkündet, sondern nur klargemacht, dass sie derzeit keinen Anreiz sieht, in den Ring zurückzukehren. Für die Fans bedeutet das: Ein Comeback ist aktuell nicht in Sicht, doch die Tür bleibt zumindest theoretisch offen.

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