WrestleMania 42: Rekordticketpreise sorgen für Unmut unter den Fans

WrestleMania 42 Tickets im Vorverkauf

WrestleMania ist seit Jahrzehnten das größte Wrestling-Event der Welt und lockt jährlich zehntausende Zuschauer in die Stadien sowie Millionen vor die Bildschirme. Im Jahr 2026 wird die Show bereits zum zweiten Mal in Folge in Las Vegas ausgetragen. Schon jetzt sorgt der Ticketverkauf für gewaltige Diskussionen, denn die Preise für die besten Plätze bewegen sich in bisher ungekannten Dimensionen.

Wie ein Fan unter dem Namen „Beard Guy“ auf der Plattform X bekanntgab, kostet das exklusive Ringside Row 1 Paket, das die begehrten Plätze in der ersten Reihe für beide Abende beinhaltet, stolze 70.000 US-Dollar. Auch Plätze in den Reihen zwei und drei werden mit Summen zwischen 35.000 und 50.000 US-Dollar pro Person angeboten. Damit übertrifft WrestleMania 42 die ohnehin schon enormen Preise des Vorjahres deutlich.

Zum Vergleich: Für WrestleMania 41 im Allegiant Stadium lagen die Front Row Tickets bei rund 50.000 US-Dollar pro Person, während die Reihen zwei und drei zwischen 30.000 und 35.000 US-Dollar kosteten. Innerhalb nur eines Jahres wurde der Preis also um teils 20.000 Dollar pro Platz angehoben.

Die Diskussion um die Preisgestaltung ist nicht neu. Schon 2024 äußerte sich Randy Orton kritisch (wir berichteten) und bezeichnete die Summen für Premium-Sitzplätze als „peinlich“. Dass die Kosten nun nochmals steigen, unterstreicht die Strategie des Unternehmens, WrestleMania zu einem noch exklusiveren Event zu machen. Doch genau diese Vorgehensweise könnte für die Promotion langfristig zum Problem werden, da sich ein Teil der Fan-Community durch diese Preisspirale ausgeschlossen fühlt.

Einbruch im Ticketvorverkauf: Das Interesse der Fans sinkt trotz Hype

Während WrestleMania 42 durch seine Preise Schlagzeilen macht, zeigt sich ein weiteres Problem im Hintergrund: Der Ticketvorverkauf in den Vereinigten Staaten ist laut Experten so schwach wie seit drei Jahren nicht mehr. Wrestling-Journalist Dave Meltzer analysierte die Situation in einer Ausgabe von Wrestling Observer Radio und beschrieb einen deutlichen Rückgang bei den frühen Verkäufen.

„Es gibt niedrigere Vorverkaufszahlen als seit Cody Rhodes’ Rückkehr vor drei Jahren“, erklärte Meltzer. Er erinnerte daran, dass der Hype um den „American Nightmare“ im Jahr 2022 eine regelrechte Euphorie ausgelöst und die Nachfrage nach Tickets spürbar angekurbelt hatte. Aktuell sei jedoch das Gegenteil zu beobachten. Die Arenen sehen auf den ersten Blick zwar gut gefüllt aus, was jedoch in erster Linie auf Last-Minute-Käufe und spontane Zuschauer zurückzuführen sei. Die eigentlichen Vorverkaufszahlen seien hingegen eingebrochen.

Damit befindet sich das Unternehmen in einer kritischen Lage. Zwar kann man kurzfristig durch spontane Verkäufe noch hohe Zuschauerzahlen präsentieren, doch das Fehlen von stabilen Vorverkäufen stellt eine Gefahr dar, wenn die Zuschauer irgendwann nicht mehr nachrücken.

Frust über Preistricks und ungleiche Behandlung

Ein zentraler Grund für den Rückgang liegt in der Preispolitik. Meltzer berichtete, dass zahlreiche Fans teure Tickets frühzeitig gekauft hätten, nur um später zu erfahren, dass sie neben Besuchern saßen, die für denselben Platz nur ein Drittel des Preises bezahlt hatten. „Zu viele Leute haben früh gekauft und standen dann neben jemandem, der nur ein Drittel des Preises bezahlt hat. Das hat sich herumgesprochen“, so Meltzer.

Dieser Umstand hat zu einem Umdenken in der Fan-Community geführt. Statt Monate im Voraus zu buchen, warten viele Fans nun bewusst ab, um von Preissenkungen oder Last-Minute-Angeboten zu profitieren. In manchen Fällen gelingt es Fans tatsächlich, identische Plätze für mehrere tausend Dollar weniger zu erwerben.

Diese Entwicklung schwächt das Vertrauen in die Preispolitik erheblich. Während früher eine frühe Buchung Sicherheit versprach, hat sich mittlerweile die Überzeugung durchgesetzt, dass Geduld finanziell belohnt wird. Damit fehlt für viele Zuschauer der Anreiz, Tickets im Vorfeld zu sichern.

Risiko für die Zukunft: Wenn Exklusivität zum Bumerang wird

Die aktuelle Situation könnte langfristig weitreichende Folgen haben. Wenn Zuschauer den Nutzen eines frühzeitigen Ticketkaufs nicht mehr erkennen, könnte dies dazu führen, dass ganze Arenen in Zukunft schwerer zu füllen sind. Schon jetzt beobachten Insider, dass die Geduld der Fans schwindet und selbst große Shows erst kurz vor dem Veranstaltungstag ausverkauft sind.

Hinzu kommt, dass WWE die bislang höchsten Preise für Premium-Erlebnisse aufruft. Diese Summen liegen deutlich über den bisherigen Rekorden und verstärken die Diskussion, ob die Promotion mit ihrer Preisstrategie nicht einen riskanten Kurs eingeschlagen hat.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob das Modell aufgeht. Sollte WrestleMania 42 trotz der Preisschraube erneut ausverkauft sein, könnte dies die Strategie bestätigen. Bleiben jedoch Plätze unbesetzt oder müssen kurzfristig deutliche Preisnachlässe gewährt werden, wäre das ein Signal, dass die Grenze der Zahlungsbereitschaft erreicht ist.

9 Kommentare

  1. Nun, die WWE ist dabei, sich selbst ins Bein zu schießen. Mein Mitleid, wenn es so kommt, wird sich sehr in Grenzen halten.

  2. TKO experimentiert halt aktuell rum, wie stark sie die Spirale nach oben drehen können. Der normale Fan ist denen dabei schon lange egal. Und solange man immer bejubelt wird, wenn man so etwas wie „highest grossing event of all time“ (übersetzt: „die Tickets waren so teuer wie nie zuvor“) verkündet, dann wird sich daran sicher so bald nichts ändern.

  3. Das schlimme daran ist, dass es echte alternativen gib, die man aber lieber kritisiert. Den WWE Fan muss man nicht verstehen.

  4. Ich kenne es noch so, dass frühes Anmelden sogar noch belohnt wird. Es gibt auch Veranstaltungen, wo man einen Frühbucherrabatt hat, und danach die Preise steigen. Dass es hier jetzt genau andersherum gemacht wird, verstehe ich leider nicht so ganz. Gier frisst Hirn und viele hirnlose Fans kritisieren die Preise, bezahlen sie am Ende aber doch…

  5. Ich bin bei WM dabei, werde mein Ticket aber erst Last Minute buchen. Das wird aber definitv meine letztes WWE Event. Mache diese Preise nicht mehr mit.

  6. Hallo? Liest außer mir keiner diese Preise und setz sie in Relation? Oder warum regt sich hier niemand noch mehr darüber auf? 70.000$ für einen Sitzplatz?!? Das ist ein dickes Jahresgehalt!!! Das ist ein richtig schicker, großer Neuwagen!! Das ist eine Anzahlung auf ein ordentliches Haus!! Und das dafür, dass man an zwei Abenden neben einem Typ mit grünem Shirt sitzen und sich verschwitzte Körper vor den Latz ballern lassen darf!
    Entschuldigung, aber da geht mir der Hut hoch.

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