WWE: Unreal auf Netflix entfacht hitzige Debatten – Hinter den Kulissen brodelt es: Triple H als Mastermind, The Rock als finsterer Strippenzieher und Stars unter Druck: Die neue WWE-Doku sorgt für Gesprächsstoff

In der am 29. Juli 2025 weltweit auf Netflix veröffentlichten dritten Episode von WWE: Unreal äußerte sich WWE Chief Content Officer Triple H ungewöhnlich offen über das größte strukturelle Problem in der Nachwuchsförderung. Im Gespräch mit Shane Helms lobte er zwar die Women’s Division, offenbarte dabei jedoch ein Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Talenten im WWE Performance Center. Triple H betonte, dass viele Frauen deutlich schneller Fortschritte im Ring machten als ihre männlichen Kollegen. Während die Männer noch versuchten, sich zurechtzufinden, seien viele Frauen schon nach sechs Monaten auf einem hohen Niveau.

Diese Aussage wirft ein Licht auf ein langfristiges Problem. Sollte WWE es nicht schaffen, das Trainingssystem ausgewogener zu gestalten, könnte es dem Unternehmen zukünftig an männlichen Stars mangeln, um das Roster gleichwertig zu besetzen.

Kritik: Die Serie glorifiziert Triple H und marginalisiert Top-Stars

Während die Serie bei vielen Fans gut ankommt, wird sie hinter den Kulissen scharf kritisiert. Laut Dave Meltzer vom Wrestling Observer Radio sehen Insider die Doku vor allem als Plattform, um Triple H als das kreative Mastermind der WWE zu präsentieren – vergleichbar mit Dana Whites Rolle bei der UFC. Wrestler wie Cody Rhodes und Rhea Ripley würden laut Kritikern eher als Schachfiguren dargestellt, während Levesque als Strippenzieher im Hintergrund die Fäden ziehe.

Auch Konflikte hinter den Kulissen, wie etwa der Einfluss von The Rock auf kreative Entscheidungen, werden in der Serie ausgespart oder umgedeutet. Laut Meltzer seien Entscheidungen von Produzenten wie Bruce Prichard oder Ed Koskey umgeschrieben worden, um andere Verantwortliche besser dastehen zu lassen. Daher wird die Doku eher als Imagekampagne denn als unverfälschter Einblick in die WWE-Welt wahrgenommen.

The Rock über seine dunkle Wandlung zum „Final Boss“

Eines der zentralen Themen von WWE: Unreal ist die Transformation von Dwayne „The Rock“ Johnson zum brutalen „Final Boss“. In der Serie erklärt The Rock, dass die Rolle des übermächtigen Bösewichts die erfüllendste Entscheidung seiner Wrestling-Karriere war. Als TKO-Vorstandsmitglied nutzte er seine reale Machtposition, um auch onscreen maximale Kontrolle auszuüben.

Seine Fehde mit Cody Rhodes und der inszenierte Heel-Turn von John Cena bei Elimination Chamber waren Teil dieser Vision. Obwohl The Rock seit Monaten nicht mehr bei WWE aufgetreten ist, bleibt sein Einfluss spürbar. In Promos von Cena und Rhodes wird er weiterhin thematisiert, was eine Rückkehr des „Final Boss“ jederzeit möglich erscheinen lässt.

Alternative WWE-Pläne: Kevin Owens hätte beinahe Titel bei Elimination Chamber gewonnen

Ein weiteres brisantes Detail aus der Netflix-Serie betrifft die ursprüngliche Planung für die Elimination Chamber. Brian Gewirtz, langjähriger Writer von The Rock, enthüllte, dass ursprünglich ein Titelwechsel vorgesehen war. Demnach hätte Kevin Owens den Titel von Cody Rhodes in einem improvisierten Match gewinnen sollen, nachdem Cody sich geweigert hätte, der „Champion von The Rock“ zu werden. Das Ziel war jedoch nicht, Owens zum Titelträger zu machen, sondern einen Schockmoment zu erzeugen, der für maximale Aufmerksamkeit sorgt.

Diese Pläne wurden letztlich verworfen, doch sie zeigen, wie weit WWE bereit war zu gehen, um ihre Main-Event-Strukturen zu revolutionieren.

Triple H greift nach verbaler Entgleisung durch Tiffany Stratton ein

In einem weiteren Segment der Serie kommt es zu Spannungen zwischen Tiffany Stratton und Charlotte Flair. Stratton hatte sich in einer Promo zu Flairs Privatleben geäußert und ihre gescheiterten Ehen ins Spiel gebracht. Diese Aussage war nicht abgesprochen und traf Charlotte Flair offenbar tief. Triple H forderte hinter den Kulissen eine Entschuldigung und machte klar, dass persönliche Angriffe außerhalb der Storyline inakzeptabel sind. Auch Ric Flair äußerte sich später verärgert über Strattons Verhalten. Die Situation konnte zwar bereinigt werden, verdeutlicht aber die sensiblen Grenzen zwischen Storytelling und realen Emotionen.

Chelsea Green kämpfte für ihr Match-Finish und setzte sich durch

Chelsea Green gewährte in der Serie einen Einblick in ihren persönlichen Kampf um kreative Kontrolle. Ursprünglich sollte sie den Gewinn des Women’s United States Title bei WWE Saturday Night’s Main Event mit einem Leg Drop vom zweiten Seil abschließen. Da sie diesen Move noch nie gezeigt hatte und nicht als zu ihrer Figur passend empfand, wehrte sie sich. Green bestand darauf, ihren eigenen Finisher, den Unpretty-Her, zu nutzen. Nach intensiven Gesprächen konnte sie sich durchsetzen – ein seltenes Beispiel für kreative Mitbestimmung in der WWE. Der Moment war ihr besonders wichtig, da sie nur selten Siege erringt und diesen Triumph auf ihre Weise erzählen wollte.

Trotz Erfolgsstart ist Zukunft der Serie unklar

Obwohl WWE: Unreal mit großem medialem Echo und positiven Reaktionen startete, ist die Zukunft der Serie noch nicht gesichert. Regisseur Chris Weaver erklärte, dass NFL Films gerne eine zweite Staffel produzieren würde. Auch innerhalb der WWE zeigt man sich zufrieden mit der Resonanz. Dennoch liegt die Entscheidung bei Netflix. Der Streaminganbieter wird das Zuschauerinteresse und das Engagement in den kommenden Wochen analysieren, bevor über eine Fortsetzung entschieden wird.

Bis dahin bleibt die Serie ein selten ehrlicher, aber auch kontroverser Blick hinter die Kulissen der weltweit größten Wrestling-Promotion.

4 Kommentare

  1. Kayfabe 2.0 – habe ich aber keinen Bock drauf. Gibt genug Täuschung und Halbwahrheiten im Medienumfeld allgemein, da muss ich mir nicht freiwillig noch sowas reinziehen.

    • Ist auch mein Gedanke, das Ganze wirkt so lose geskriptet wie viele TV-Sendungen. Leider denken auch da genug Leute, es wäre alles echt, was die da sehen.

  2. Es ist auch echt! Das Verhalten von Leuten kann zwar gestellt sein aber wie die Show Backstage produziert ist defenitiv echt!

  3. Eine WWE Serie ohne Vinnie nur zu erwähnen ist schon arg grenzwertig.
    Genau wie die es geschafft haben, Wrestlemania, Hulkamania ganz ohne den Erfinder zu erwähnen.
    Sorry egal was TKO danit bezweckt, es wirkt merkwürdig.
    Die Netflix Serie ist Teil der Show.
    Mich unterhält sie, mehr auch nicht.

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