Goldbergs letztes WWE-Kapitel: Ein beinahe verpasster Anruf, persönliche Abrechnung mit GUNTHER und das emotionale Karrierefinale in Atlanta

Für viele Wrestling-Fans ist Goldberg nicht nur eine Legende, sondern ein Sinnbild für Dominanz, Intensität und eine ganze Ära des Sports. Als sich die Gerüchte verdichteten, dass der frühere World Champion ein letztes Mal in den WWE-Ring steigen würde, war die Erwartungshaltung entsprechend groß. Was kaum jemand wusste: Dieses letzte Kapitel seiner Karriere hätte beinahe nie stattgefunden, weil Goldberg einen entscheidenden Anruf nicht entgegennahm.

In einem aufschlussreichen Interview offenbarte Goldberg, dass er den Anruf, der ihn über sein mögliches Abschiedsmatch informieren sollte, zunächst ignorierte. Er befand sich gerade auf seinem weitläufigen Grundstück, saß auf seinem Traktor und war mit landwirtschaftlicher Arbeit beschäftigt, als plötzlich eine unbekannte Nummer aus New York auf seinem Handy aufleuchtete. Für Goldberg war das nichts Ungewöhnliches – in Zeiten von Spam-Anrufen und automatisierten Werbeanrufen ist Vorsicht geboten. Also ignorierte er den ersten Versuch.

Beim zweiten Klingeln entschied er sich, den Anruf doch entgegenzunehmen und wurde prompt überrascht: Am anderen Ende war niemand Geringeres als Paul „Triple H“ Levesque, WWE Chief Content Officer, der Goldberg das Angebot für sein offizielles Rücktrittsmatch unterbreitete. Eine beinahe kuriose Anekdote, die jedoch verdeutlicht, wie schnell selbst große Pläne ins Wanken geraten können.

Rücktritt mit Verspätung: Goldberg über Timing, Vorbereitung und Dankbarkeit

Goldberg gab zu, dass der Zeitpunkt seines Rücktritts für ihn eigentlich ein anderer hätte sein sollen. Bereits nach seinem letzten WWE-Auftritt habe er sich bereit gefühlt, seine Karriere mit einem würdigen Abschiedsmatch zu beenden. Allerdings kam damals keine konkrete Gelegenheit zustande. Stattdessen musste er abwarten – bis sich nun, mit einer neuen WWE-Führung unter Triple H, eine echte Möglichkeit bot.

Besonders dankbar zeigte sich Goldberg dafür, dass er diesmal ausreichend Vorbereitungszeit erhielt. In der Vergangenheit sei es oft so gewesen, dass man ihm nur wenige Wochen zur Verfügung stellte. Diesmal jedoch wurde ihm genug Zeit eingeräumt, um sich sowohl mental als auch physisch auf sein letztes Match einzustellen. Trotz der ungewöhnlichen Umstände empfindet Goldberg rückblickend Dankbarkeit – und eine gewisse Erleichterung, dass er sich nicht unter Zeitdruck in den Ring verabschieden muss.

Spam-Anrufe als Stolperstein für den großen Abschied

Die Geschichte rund um den beinahe verpassten Anruf nutzte Goldberg auch, um ein gesellschaftliches Problem anzusprechen, das ihn persönlich betrifft: die Flut an Spam- und Werbeanrufen. In dem Gespräch kritisierte er offen die fehlende Regulierung und sprach von einer Verletzung der Privatsphäre. Er bezeichnete das Phänomen als rechtlich fragwürdig und forderte, dass Maßnahmen gegen diese Art der Belästigung ergriffen werden sollten. Es sei erschreckend, dass wichtige Anrufe heutzutage beinahe in der Masse unerwünschter Kontakte untergehen könnten.

Warum GUNTHER? Goldberg spricht über persönliche Motivation und alte Wunden

Besonders emotional wurde Goldberg in einem weiteren Interview mit dem lokalen Fernsehsender 11Alive, als er auf die Wahl seines Gegners für das Abschiedsmatch angesprochen wurde. Für viele Beobachter war es eine überraschende Entscheidung: Warum ausgerechnet GUNTHER – ein Vertreter der neuen Generation, technisch versiert, respektiert, aber weit entfernt von den goldenen Tagen der Goldberg-Ära?

Goldberg machte deutlich, dass die Entscheidung nicht auf einem kreativen Vorschlag der WWE basierte, sondern eine tief persönliche Grundlage hat. In seiner On-Air-Rolle beschrieb er den Vorfall, bei dem sich GUNTHER respektlos über ihn und seine Familie äußerte. Die Details ließ er offen, doch die Aussage war klar: GUNTHER habe sich mit seiner negativen Äußerung über Goldberg freiwillig in diese Position gebracht und müsse nun die Konsequenzen tragen.

Für Goldberg ist das Match bei WWE Saturday Nights Main Event mehr als nur ein letzter Auftritt. Es ist ein Statement. Ein Beweis dafür, dass Respekt im Wrestling weiterhin eine zentrale Rolle spielen muss. Dass die neue Generation nicht nur auf das Hier und Jetzt blicken sollte, sondern auch die Männer und Frauen ehren muss, die den Weg geebnet haben.

Ein Generationenkonflikt im Ring: Symbolik trifft auf Realität

In seinen Aussagen ließ Goldberg keinen Zweifel daran, wie ernst er dieses Match nimmt. Er sprach davon, GUNTHER „ins Gesicht schlagen“ zu wollen – nicht aus Hass, sondern aus dem Wunsch heraus, ein klares Zeichen zu setzen. Für ihn repräsentiert GUNTHER die moderne Wrestlingwelt, die zunehmend auf Athletik, Technik und nüchterne Präsentation setzt. Goldberg hingegen verkörpert die Ära der Dominanz, des Charismas und des unaufhaltsamen Willens.

Atlanta als Austragungsort: Eine Rückkehr zu den Wurzeln

Dass dieses finale Duell in Atlanta stattfinden wird, ist kein Zufall. Für Goldberg hat die Stadt eine ganz besondere Bedeutung: Hier wurde er zum Star und begann seine große Karriere bei der World Championship Wrestling (WCW) sowie seine legendäre Siegesserie. Nun wird Atlanta auch zum Schauplatz seines Abschieds.

Die WWE scheint den symbolischen Charakter des Ortes erkannt zu haben. Für seinen letzten Auftritt bei Monday Night RAW wurde Goldberg in einem roten Chevrolet aus den 1970er-Jahren vorgefahren – ein stilvoller Auftritt mit Nostalgiefaktor, der seine lange Karriere würdig einleitete. Als kleines Dankeschön erhielt der Besitzer des Fahrzeugs Sitzplätze in der ersten Reihe sowie ein persönliches Autogramm von Goldberg.

Nun bietet sich dem WWE Hall of Famer am Samstag die Gelegenheit, sein eigenes Vermächtnis selbst zu definieren – nicht durch Zufall oder eine letzte spontane Einladung, sondern durch die bewusste Entscheidung, sich auf der Bühne zu verabschieden, auf der er über Jahrzehnte hinweg Wrestling-Geschichte geschrieben hat.

Siehe auch: Kevin Nash schlägt vor: Goldberg zerstört GUNTHER in drei Minuten…