Cody Rhodes und Randy Orton haben ihre gemeinsame Geschichte bei WWE zuletzt wieder deutlich verschärft. Hinter der aktuellen Fehde könnte allerdings noch ein weiterer strategischer Gedanke stehen, der über die persönliche Rivalität der beiden hinausgeht.
Rhodes und Orton sollen CM Punk vorerst aus dem Weg gehen
Dave Meltzer beschäftigte sich in „Wrestling Observer Radio“ mit der Frage, warum WWE Cody Rhodes und Randy Orton aktuell so deutlich miteinander verknüpft. Nach seiner Einschätzung erfüllt die Fehde vor allem einen praktischen Zweck: Beide Main-Event-Stars bleiben zunächst aus dem unmittelbaren Titelgeschehen um CM Punk heraus.
Meltzer erklärte, dass Punk dadurch mit anderen Herausforderern arbeiten könne. Als Beispiele nannte er Sami Zayn und Gunther sowie weitere mögliche Gegner. Die großen Einzelmatches zwischen Punk und Rhodes sowie Punk und Orton könnten sich WWE dagegen für spätere bedeutende Veranstaltungen aufsparen.
Dabei ist eine wichtige Einschränkung notwendig. Meltzer präsentierte diese Erklärung nicht als bestätigte interne WWE-Information und berief sich dabei auch nicht auf Quellen innerhalb des Unternehmens. Es handelt sich vielmehr um seine Einschätzung der derzeitigen kreativen Situation.
Aus Storyline-Sicht passt diese Interpretation jedoch zur aktuellen Entwicklung. Orton kostete Rhodes beim SummerSlam das Titelmatch gegen Punk, während beide seitdem immer stärker miteinander beschäftigt sind. Punk wiederum arbeitet bereits mit anderen Herausforderern.
Rhodes und Orton wollten selbst wieder miteinander arbeiten
Ein weiterer Faktor dürfte laut Meltzer sein, dass Cody Rhodes und Randy Orton ohnehin den Wunsch hatten, erneut ein Programm miteinander zu bestreiten. Damit konnte WWE nach seiner Einschätzung mehrere Interessen gleichzeitig miteinander verbinden. Rhodes und Orton erhalten die Gelegenheit, ihre langjährige gemeinsame Geschichte weiterzuführen, während die möglichen Titelmatches gegen CM Punk zunächst für einen späteren Zeitpunkt zurückgehalten werden können.
Gerade aufgrund ihrer Vergangenheit bietet die Paarung dafür reichlich Material. Rhodes gehörte zu Beginn seiner WWE-Karriere an der Seite von Orton und Ted DiBiase Jr. zur Legacy-Gruppierung. Ihre Verbindung reicht damit weit zurück und unterscheidet sich deutlich von einer kurzfristig zusammengestellten Rivalität.
Auch im Jahr 2026 stehen die beiden inzwischen bei jeweils einem bedeutenden Sieg gegeneinander. Rhodes setzte sich bei WrestleMania 42 durch, während Orton bei Sunday Night’s Main Event am 6. September die Revanche gewann. Ein weiteres Match würde sich dadurch grundsätzlich anbieten, wurde von WWE bislang jedoch nicht offiziell angekündigt.
CM Punk bekommt zunächst andere Herausforderer
Die aktuelle Titelplanung unterstützt zumindest einen Teil von Meltzers Argumentation. CM Punk befindet sich derzeit nicht in einer direkten Geschichte mit Rhodes oder Orton. Nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung gegen Johnny Gargano rückte Sami Zayn in den Mittelpunkt. Punk forderte ihn anschließend selbst zu einem Championship Match heraus. Dieses Duell ist für die kommende SmackDown-Ausgabe in Mexiko-Stadt angesetzt.
Meltzer nannte zudem Gunther als einen weiteren Namen, mit dem Punk zwischenzeitlich arbeiten könne. Daraus lässt sich allerdings noch kein konkret geplantes Championship Match ableiten. Einen Termin oder eine bestätigte Storyline zwischen Punk und Gunther nannte er nicht.
Entscheidend ist vielmehr die grundsätzliche Idee: WWE verfügt derzeit über mehrere etablierte Main Event Stars und muss Punk nicht sofort gegen Rhodes oder Orton stellen. Dadurch können diese Paarungen für spätere größere Veranstaltungen frisch gehalten werden.
Meltzer kritisiert das Finish bei WWE Sunday Night’s Main Event
Während Meltzer die grundsätzliche Logik hinter der Fehde nachvollziehen konnte, fiel sein Urteil über das jüngste Match deutlich kritischer aus. Vor allem der Abschluss bei Sunday Night’s Main Event überzeugte ihn nicht. Meltzer bezeichnete die mehrfachen Referee-Bumps und deren teilweise komödiantische Umsetzung als zu „cartoonhaft“.
Aus seiner Sicht passte diese Darstellung nicht zu der Ernsthaftigkeit, mit der WWE Rhodes und Orton zuvor aufgebaut hatte. Gerade weil die Rivalität stark von ihrer persönlichen Vergangenheit und Ortons Angriffen geprägt ist, hätte Meltzer offenbar einen geradlinigeren Abschluss bevorzugt.
Orton gewann das Match schließlich, nachdem Rhodes zuvor selbst mit einer besonders aggressiven Aktion gezögert hatte. Damit setzte WWE die Geschichte zwischen beiden fort, ohne Rhodes endgültig aus dem Main-Event-Bereich herauszunehmen.