Matt Cardona hat seine Karriere mehrfach neu ausgerichtet und blickt heute anders auf Entscheidungen, die zunächst wie Rückschläge wirkten. Im Gespräch mit Jeremy Jacobowitz erklärt er, was er aus diesen Erfahrungen mitgenommen hat und welche Ziele ihn weiterhin antreiben.
WWE-Rückkehr bedeutete für Cardona zunächst weniger Geld
Matt Cardona zufolge war seine Rückkehr zu WWE im Januar 2026 zunächst mit einer Einkommenseinbuße verbunden. Nach seiner Entlassung im April 2020 hatte sich der frühere Zack Ryder außerhalb des Unternehmens eine erfolgreiche Karriere aufgebaut. Diese Entwicklung zahlte sich nach seiner Darstellung auch finanziell aus: „Ich habe außerhalb von WWE mehr Geld verdient als jemals zuvor bei WWE.“
Deshalb hat der neue WWE-Vertrag für ihn nicht automatisch einen finanziellen Aufstieg bedeutet. „Technisch gesehen habe ich eine Einkommenseinbuße in Kauf genommen, um zu WWE zurückzukehren“, erklärte Cardona. Konkrete Beträge oder Einzelheiten zu seinem Vertrag nannte er nicht.
Trotzdem sieht Cardona die Entscheidung positiv. WWE bietet ihm Möglichkeiten, die langfristig mehr wert sein könnten als der unmittelbare Unterschied beim Verdienst. Sollte sich die Rückkehr erfolgreich entwickeln, könne daraus schließlich auch ein größerer finanzieller Gewinn entstehen. Als konkretes Beispiel verwies er auf das Gespräch mit Jacobowitz: WWE habe dieses Interview für ihn organisiert.
Nach seiner Entlassung wollte er etwas Eigenes aufbauen
Rückblickend bezeichnete Cardona seine Entlassung sogar als den besten Tag seines Lebens. Er habe die Entwicklung anderer Wrestler nach deren WWE-Abgang aufmerksam verfolgt und für sich mehrere mögliche Wege gesehen: in Vergessenheit zu geraten, verbittert zu werden oder dauerhaft von der früheren WWE-Bekanntheit zu leben. Für seine eigene Zukunft wollte er jedoch etwas Neues schaffen.
Mit seiner Bemerkung über die WWE-Bekanntheit bezog er sich nicht ausschließlich auf den früheren Ringnamen. Als Beispiel nannte er den Honky Tonk Man, der mit seiner bekannten Präsentation weiterhin erfolgreich auftritt. Cardona betonte ausdrücklich, dass er daran nichts auszusetzen habe. Für sich selbst habe er allerdings nicht vorgehabt, als unveränderter Zack Ryder durch die Independent-Szene zu ziehen.
Stattdessen entwickelte er Matt Cardona zu einer eigenständigen Wrestling-Persönlichkeit. Eine spätere Rückkehr zu WWE blieb eine Möglichkeit, sollte aber nicht die Voraussetzung für seine berufliche Zukunft sein. „Hoffentlich will WWE mich zurück. Aber wenn nicht, ist das auch in Ordnung“, beschrieb er seine damalige Haltung. Der Erfolg außerhalb des Unternehmens gab ihm anschließend die Gewissheit, auch ohne WWE bestehen zu können.
Ein WWE-Abgang ist für ihn keine automatische Erfolgsgarantie
Jacobowitz fragte außerdem, ob Wrestler, die bei WWE nur wenige Chancen erhalten, von einem Schritt in die Independent-Szene profitieren könnten. Dabei verwies der Interviewer auf Cardona und Brian Myers, die seiner Einschätzung nach seit ihrer Entlassung vor der Kamera stärker geworden seien. Cardona antwortete jedoch nicht mit einer pauschalen Empfehlung, WWE zu verlassen.
Einige Wrestler könnten aus seiner Sicht von den zusätzlichen Möglichkeiten profitieren, andere würden außerhalb des Unternehmens möglicherweise scheitern. Für ihn selbst sei die Zeit nach WWE entscheidend gewesen, um seine eigene Richtung zu finden. Die Independent-Szene beschrieb er zugleich als ein Umfeld, in dem man selbst bestehen müsse.
Cardona wies den Vorwurf zurück, sein Erfolg sei ausschließlich auf seine WWE-Vergangenheit zurückzuführen. Wenn diese allein ausreichen würde, müssten schließlich alle entlassenen Wrestler anschließend ähnlich erfolgreich sein. Gleichzeitig räumte er ein, bei der WWE viel gelernt zu haben. Entscheidend sei es gewesen, dieses Wissen außerhalb des Unternehmens tatsächlich anzuwenden.
Cardona sieht seine Laufbahn noch nicht als abgeschlossen
Auf Jacobowitz’ Einschätzung, er habe durch seine frühen Aktivitäten auf YouTube, X (ehemals Twitter) und im Podcast-Bereich viele Wrestler beeinflusst, reagierte Cardona zurückhaltend. Er sei noch mitten in seiner Karriere und denke deshalb nicht ständig darüber nach, welchen Einfluss er bereits gehabt habe. Die Anerkennung bedeute ihm dennoch viel.
Besonders dankbar zeigte er sich für den Weg vom Wrestling-Fan aus Long Island zum aktiven Wrestler. Als Jugendlicher habe er große Veranstaltungen besucht; später sei er selbst im Madison Square Garden und im Hammerstein Ballroom aufgetreten. Solche Erinnerungen verdeutlichten ihm, wie viel er bereits erleben durfte. Weitere Ziele habe er trotzdem.
Royal Rumble 2027 ist sein Wunsch für das Comeback
Aktuell pausiert Cardona wegen eines Trizepsrisses. Im selben Gespräch erklärte er, dass der zeitliche Verlauf zu einer Rückkehr beim Royal Rumble passen würde. Er würde dort gern wieder antreten und verband diesen Wunsch mit der ambitionierten Vorstellung, das Match zu gewinnen und anschließend zu WrestleMania zu gelangen. Ein bestätigter WWE-Plan oder eine medizinische Freigabe ist damit nicht verbunden.
Die Aussagen folgen auf seine dauerhafte Rückkehr zu SmackDown am 2. Januar 2026. Bereits im Herbst 2025 hatte Cardona wieder WWE-Auftritte absolviert, darunter ein NXT-Match gegen Josh Briggs.