Swerve Strickland möchte im Wrestling Grenzen verschieben, entscheidet aber sehr bewusst, wann ein Risiko oder ein prominenter Gast wirklich zu seiner Darstellung passt. In einem Interview bei HOT 97 erinnerte sich der frühere AEW World Champion an eine besonders schmerzhafte Aktion gegen „Hangman“ Adam Page. Außerdem verriet er, weshalb er trotz einer vorhandenen Zusage darauf verzichtete, Musikproduzent Timbaland in eine AEW-Show einzubinden.
Ein echter Betonstein führte zu einem klaren „Nie wieder“
Strickland hat in seiner AEW-Karriere bereits einige ungewöhnliche und intensive Segmente erlebt. Im Gespräch wurde unter anderem eine besonders auffällige Szene thematisiert, in der eine Spritze Teil der Inszenierung war. Noch schlimmer sei für ihn jedoch ein Powerbomb-Sturz auf einen echten Betonstein gewesen. Die Aktion ereignete sich im Steel Cage Match gegen Adam Page bei AEW All Out 2024. Strickland landete mit dem Rücken auf dem Baustoff und wusste danach sofort, dass er dieses Risiko nicht noch einmal eingehen möchte. Er bezeichnete den Moment als das Schlimmste, was er im Ring erlebt habe.
Vor einer solchen Aktion müsse ein Wrestler seinen Kopf für einen kurzen Zeitraum vollständig freimachen, erklärte Strickland. Würde der gesunde Menschenverstand rechtzeitig einsetzen, käme zwangsläufig die Erkenntnis, wie unvernünftig das Vorhaben sei. Der enge zeitliche Ablauf eines Matches lässt jedoch kaum Gelegenheit, die Entscheidung noch einmal neu zu bewerten.
Seine rückblickende Grenze fällt deshalb eindeutig aus. Strickland ist weiterhin bereit, spektakuläre Bilder zu schaffen, doch ein weiterer Sturz auf einen echten Betonstein gehört für ihn nicht dazu. Die Aussage gibt der häufig gelobten Brutalität seiner Rivalität mit Page eine persönliche Einordnung: Was auf dem Bildschirm als kurzer Höhepunkt erschien, blieb für den Beteiligten eine Erfahrung, die er nicht wiederholen will.
Timbaland stand für einen AEW-Auftritt bereit
Auch beim Einsatz von Musikstars lehnt Strickland bloße Effekthascherei ab. Er hat bereits mit bekannten Künstlern wie Rick Ross, Bun B und Kevin Gates gearbeitet und verfolgt das Ziel, Hip-Hop und Wrestling glaubwürdig miteinander zu verbinden. Timbaland hätte ebenfalls Teil einer AEW-Präsentation werden können. Nach Stricklands Darstellung stand der Produzent bereit und hätte auf einen entsprechenden Anruf reagiert. Trotzdem entschied sich der Wrestler dagegen, ihn ohne passenden Anlass in die Show zu holen.
Strickland habe aus seinem Umfeld in der Musikbranche den Rat erhalten, Künstler nicht einfach als Dekoration am Ring zu platzieren. Ein prominenter Name, der während eines Matches lediglich herumstehe, wirke wie ein Poster oder eine Requisite. Genau diesen Eindruck möchte er vermeiden. Die Zusammenarbeit müsse aus der Geschichte, dem Ort oder einem gemeinsamen Projekt heraus sinnvoll entstehen.
Damit schützt Strickland auch die Glaubwürdigkeit des eingeladenen Künstlers. Wer aus einer anderen Unterhaltungswelt kommt, soll bei AEW eine nachvollziehbare Aufgabe bekommen und nicht allein wegen seiner Bekanntheit gezeigt werden. Der Auftritt müsse sowohl für das Wrestlingpublikum als auch für die Musikfans verständlich sein.
Die nicht genutzte Möglichkeit bedeutet deshalb keine endgültige Absage. Strickland kann sich einen späteren Auftritt mit Timbaland vorstellen, sofern sich ein glaubwürdiger Zusammenhang ergibt. Eine konkrete Ankündigung machte er nicht. Ob und wann es zu dieser Zusammenarbeit kommt, ließ er im Gespräch ausdrücklich offen.