Ethan Page hinterfragt seine WWE-Ziele: Titel allein reichen ihm längst nicht mehr

Ethan Page posiert auf der Stage
wrestling-point.de Newsquelle festlegen

Ethan Page ist seit seinem Wechsel ins WWE-Main-Roster schnell zu einer auffälligen Persönlichkeit bei Raw geworden. Hinter seiner selbstbewussten „All Ego“-Darstellung steckt allerdings eine bemerkenswert differenzierte Vorstellung davon, woran er den Erfolg seiner eigenen Karriere eines Tages messen möchte.

Ethan Page hält das heutige WWE-Locker-Room für sicherer – aber auch empfindlicher

Im Gespräch mit „TMZ’s Inside The Ring“ wurde Page gefragt, wie schwierig es im heutigen Wrestling-Geschäft sei, anderen Menschen hinter den Kulissen zu vertrauen. Entgegen der Erwartung sieht er darin heute sogar weniger Probleme als in früheren Generationen. Nach seiner Einschätzung sei es inzwischen wahrscheinlich sicherer, Kollegen Vertrauen entgegenzubringen. Gleichzeitig bezeichnete er viele heutige Wrestler jedoch als deutlich „weicher“ und nannte dafür vor allem deren Umgang mit sozialen Medien als Beispiel.

Page kann nach eigener Aussage nicht nachvollziehen, weshalb Wrestler auf negative Kommentare von Fans reagieren und diesen dadurch zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen. Statt sich mit Menschen auseinanderzusetzen, deren Aussagen sie verärgerten oder verletzten, könnten sie seiner Ansicht nach eher auf diejenigen eingehen, die ihnen Unterstützung und Anerkennung entgegenbringen. Dass ausgerechnet die negativen Stimmen häufig eine Reaktion bekämen, wertet er als Zeichen dafür, dass Kritik manchen heutigen Talenten zu nahegehe.

„All Ego“ sieht sich selbst ausgerechnet als Ausnahme

Passend zu seiner WWE-Figur sprach Page auch über Egos innerhalb des Unternehmens. Obwohl sein eigener Spitzname „All Ego“ lautet, behauptete er mit einem Augenzwinkern, selbst über das kleinste Ego im gesamten WWE-Kader zu verfügen. Der Unterschied liege aus seiner Sicht darin, dass er offen zu seinem Selbstbewusstsein stehe, während andere Wrestler ihre eigenen Egos nicht eingestehen würden.

Siehe auch  WWE SmackDown in Toronto könnte Geschichte geschrieben haben: Auch ein Rätsel ist geklärt

Page führte diesen Gedanken noch weiter und bezeichnete andere Wrestler provokant als Menschen, die ihren Fans etwas vorspielten, um Tickets, Merchandise und andere Produkte zu verkaufen. Diese Aussagen sind allerdings klar im Zusammenhang mit seiner selbstbewussten Heel-Persona zu verstehen. Page präsentiert sich bewusst als jemand, der angeblich keine Zustimmung des Publikums benötigt und sich von der üblichen Suche nach Popularität abgrenzt.

Page glaubt, innerhalb weniger Wochen zum Publikumsliebling werden zu können

Wie überzeugt er von seinen eigenen Fähigkeiten ist, machte Page mit einer weiteren Aussage deutlich. Sollte es sein Ziel sein, der beliebteste Wrestler bei WWE zu werden, könne er das seiner Einschätzung nach innerhalb von etwa drei Wochen erreichen. Er glaube genau zu wissen, wie man das Publikum beeinflussen und entsprechende Reaktionen hervorrufen könne.

Genau diesen Weg wolle er jedoch nicht einschlagen. Page stellte seine derzeitige Rolle vielmehr so dar, als gehe es ihm weder darum, möglichst viele T-Shirts zu verkaufen noch von jedem Zuschauer gemocht zu werden. Für ihn stehen sportliche Erfolge und der Aufstieg innerhalb der WWE-Hierarchie stärker im Vordergrund. Gleichzeitig beginnt er offenbar zunehmend zu hinterfragen, ob selbst diese Erfolge am Ende ausreichen würden, um ihn dauerhaft zufriedenzustellen.

World Championship bleibt ein Ziel – aber nicht mehr der einzige Maßstab

Page sprach offen darüber, dass er weiterhin große Ziele bei WWE verfolgt. Zu seinen persönlichen Vorstellungen gehören unter anderem der Intercontinental Championship, ein World Championship sowie Erfolge beim Royal Rumble oder King of the Ring. Diese Errungenschaften besitzen für ihn weiterhin einen hohen Stellenwert und würden seinen Lebenslauf als Wrestler erheblich aufwerten.

Siehe auch  Roman Reigns vor neuer Herausforderung: Eine alte Rechnung könnte bald wieder aktuell werden

Mit zunehmendem Alter und wachsender Erfahrung habe sich seine Sichtweise jedoch verändert. Page erklärte, dass er immer weniger sicher sei, ob das ständige Verfolgen einzelner Championships und großer Erfolge tatsächlich die Zufriedenheit bringe, die Wrestler sich davon versprechen. Ein World Title könne zwar dafür sorgen, dass ein Name dauerhaft in den Geschichtsbüchern auftauche, doch für Page bedeutet das noch lange nicht automatisch eine bedeutende Karriere.

Das Gesamtwerk soll am Ende wichtiger sein als einzelne Titel

Page verwies darauf, dass es Wrestler gebe, die niemals einen World Championship gewonnen hätten und deren Name heute dennoch größeres Gewicht besitze als der mancher früherer World Champions. Titelgewinne seien deshalb wichtig, aber nicht der einzige Maßstab dafür, welchen Stellenwert eine Karriere langfristig einnehme.

Entscheidender werde für ihn zunehmend, welches Gesamtbild nach vielen Jahren zurückbleibe und wie andere Wrestler über seine Arbeit sprechen. Gerade die Anerkennung seiner Kollegen über einen längeren Zeitraum betrachtet Page inzwischen als besonders wertvoll. Statt seine Karriere ausschließlich anhand einer Championship-Liste zu beurteilen, möchte er offenbar erreichen, dass sein gesamtes Werk nachhaltig in Erinnerung bleibt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*