CJ Perry blickt inzwischen mit einer veränderten Perspektive auf ihre Zeit im Wrestling zurück. In einem Interview spricht die frühere WWE-Wrestlerin Lana über ihre persönliche Entwicklung, bislang nicht verwirklichte Storyline-Ideen und die Frage, ob eine Rückkehr ins Wrestling-Fernsehen für sie infrage kommt.
CJ Perry beschreibt schwierige Jahre nach ihrem WWE-Abschied
Ausgangspunkt für ihre persönlichen Aussagen war die Frage, warum sie an einem fiktionalen Spionageroman statt an einer klassischen Autobiografie arbeite. Laut den veröffentlichten Interviewauszügen erklärte Perry, dass sie ihre eigene Geschichte noch nicht für abgeschlossen halte. Sie wolle weitere Erfahrungen sammeln und sich persönlich weiterentwickeln, bevor sie ihr Leben in dieser Form aufarbeite.
Seit ihrem Abschied von der WWE hat sie sich stark verändert. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Rusev hat sie in den vergangenen Jahren verschiedene Probleme aufgearbeitet. Zugleich hat sie ihrer psychischen Gesundheit deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Rückblickend beschreibt sie mehrere Jahre, in denen sie erheblich mit sich selbst und ihren Emotionen zu kämpfen hatte.
Besonders schwierig sei der Verlust des Gefühls gewesen, das ihre Liveauftritte ausgelöst hätten. Vor einem großen Publikum zu stehen und dessen unmittelbare Reaktionen zu erleben, hat ihr einen außergewöhnlichen Adrenalinschub gegeben. Dieses Erlebnis außerhalb des Wrestlings zu ersetzen, sei für sie eine große Herausforderung gewesen.
Zufriedenheit sollte nicht allein von Auftritten abhängen
Perry habe schließlich lernen müssen, auch ohne diese intensive Erfahrung glücklich zu sein. Das ständige Verlangen nach dem nächsten Auftritt und der nächsten Publikumsreaktion vergleicht sie mit dem Hinterherjagen nach einem immer neuen Hochgefühl.
Ihr Ziel sei es deshalb geworden, die eigene Karriere mit Dankbarkeit zu betrachten. Sie wolle sich an die besonderen Erlebnisse erinnern können, ohne ausschließlich darüber nachzudenken, was sie noch hätte erreichen oder erleben wollen. Dazu gehöre auch, Veränderungen anzunehmen und einen neuen Lebensabschnitt zu gestalten.
In diesem Zusammenhang sprach Perry über ihren Alkoholverzicht. Inzwischen könne sie Veranstaltungen und Partys in Hollywood besuchen, nüchtern bleiben und sich dabei wohlfühlen. Diese Selbstverständlichkeit habe sie erst entwickeln müssen. Heute empfindet sie es als bereichernd, solche Situationen bewusst zu erleben und ganz bei sich zu sein.
Auch ihre früheren Stimmungsschwankungen beschreibt sie als weniger ausgeprägt. Sie habe das Gefühl, besser mit ihren Emotionen umgehen zu können. Darüber hinaus erwähnte sie den gemeinsamen Kinderwunsch mit Rusev. Eine Schwangerschaft kündigte sie in den vorliegenden Aussagen jedoch nicht an.
Lana und Ric Flair waren eine ihrer Storyline-Ideen
Neben ihrer persönlichen Entwicklung blickte Perry auf die kreative Arbeit bei WWE zurück. Nach dem Ende ihrer Storyline mit Bobby Lashley habe sie vorgeschlagen, Lana als neue romantische Bezugsperson von Ric Flair einzusetzen. Dabei habe sie scherzhaft die Möglichkeit angesprochen, seine sechste Ehefrau zu werden.
Perry beschreibt diesen Vorschlag allerdings nicht als umfangreich ausgearbeiteten Plan. Sie habe die Idee eher beiläufig eingebracht. Dass WWE eine Umsetzung mit ihr vorbereitet oder bereits beschlossen hätte, geht aus ihren Aussagen nicht hervor.
Später wurde Lacey Evans an der Seite von Ric Flair in eine Storyline mit dessen Tochter Charlotte eingebunden. Perry zog zwar eine Parallele zu ihrem eigenen Vorschlag, stellte jedoch ausdrücklich klar, dass sie keine direkte Weitergabe ihrer Idee an Evans behaupten wolle.
Rückblickend hält sie Evans sogar für die passendere Besetzung. Deren körperlicher Stil und ihre Voraussetzungen für intensive Matches mit Charlotte hätten der Storyline geholfen. Auch Evans’ Südstaaten-Hintergrund habe sich aus Perrys Sicht natürlich in die Darstellung eingefügt.
Wie Perry mit abgelehnten Vorschlägen umging
Die Flair-Idee war nach ihrer Darstellung nur einer von vielen Vorschlägen während ihrer WWE-Zeit. Perry erklärte, dass zahlreiche Einfälle entweder durch sie selbst oder über die Writer bei Vince McMahon angekommen seien. Häufig habe sie deshalb eine Rückmeldung erhalten, weshalb eine Storyline nicht umgesetzt werde.
Grundsätzlich hat sie seine damalige Entscheidungsgewalt über die Richtung der WWE akzeptiert. Manche Begründungen konnte sie nachvollziehen. Es sei jedoch auch vorgekommen, dass Ideen später mit anderen Talenten im Fernsehen erschienen seien.
Um darüber nicht verbittert zu werden, hat sie versucht, diese Situationen anders zu betrachten: Wenn eine Storyline verwendet werde, spreche das zunächst für deren Qualität. Möglicherweise passe lediglich jemand anderes besser zur vorgesehenen Rolle.
Für Perry ist diese Besetzung entscheidend. Zuschauer müssten einer Person ihren Charakter abnehmen. Gute Leistungen im Ring oder am Mikrofon könnten eine grundsätzlich unglaubwürdige Rolle ihrer Ansicht nach nicht vollständig ausgleichen.
Eine WWE-Rückkehr müsste zur richtigen Storlinepassen
Trotz ihrer veränderten Prioritäten kann sich Perry eine erneute WWE-Rolle vorstellen. Voraussetzung wäre für sie eine passende Storyline, in der sie sinnvoll eingesetzt werden könne. Ihre besonderen Stärken sieht sie als Managerin, am Mikrofon und in der Darstellung eines Charakters.
Eine Rückkehr mit dem Ziel, um Championships zu kämpfen, steht für sie dagegen nicht im Vordergrund. WWE verfügt bereits über zahlreiche starke Wrestlerinnen. Perry glaubt, dass sie vor allem durch ihre Erfahrung im Erzählen von Geschichten und durch die Unterstützung anderer Talente einen Beitrag leisten könnte.
Als Beispiel für eine langfristig bedeutende Rolle außerhalb des aktiven Ringgeschehens nennt sie Paul Heyman. Sie hofft, dass ihr Alter ihr nicht im Weg stehen wird, wenn sie eine vergleichbare Tätigkeit ausübt.
Gleichzeitig betonte Perry, dass die Talente nicht sämtliche geschäftlichen und kreativen Hintergründe einer Entscheidung kennen. Nur weil sie selbst es sich wünsche, bedeute das noch nicht, dass WWE bereits einen Einsatz plane. Sie möchte sich trotzdem bereithalten: Sie nimmt Schauspielunterricht und will vorbereitet sein, falls sich eine passende Gelegenheit ergibt.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar