Wenn AJ Styles und Cody Rhodes gemeinsam auf ihre Karriere zurückblicken, kommen auch Geschichten zur Sprache, die während ihrer Matches verborgen blieben. In „What Do You Wanna Talk About?“ entstand daraus ein Gespräch über Abschiedsmomente, unerwartete Szenen und die besondere Herausforderung, den eigenen Sohn auf seinem Weg ins Wrestling zu begleiten.
AJ Styles betrachtet seinen Rücktritt nicht als unumkehrbar
Styles blickt zufrieden auf seinen Abschied in Atlanta zurück. Seine Handschuhe dort im Ring abzulegen, sei ihm ein persönliches Anliegen gewesen. Der Moment habe ihm und seiner Familie viel bedeutet und ihm das Gefühl gegeben, seine aktive Karriere im Einklang mit seinen eigenen Vorstellungen abzuschließen. Rhodes wollte anschließend wissen, ob Styles sich trotzdem eine spätere Rückkehr offenhalte. Der frühere WWE Champion bejahte das. Auf Codys Nachfrage, ob seine Karriere tatsächlich endgültig beendet sei, räumte Styles ein, dass er dies nicht mit letzter Sicherheit behaupten könne.
Rhodes verwies auf Michael Jordan, um zu verdeutlichen, dass ein Rücktritt nicht zwangsläufig für immer gelten müsse. Dabei kam er auch auf Avery Styles zu sprechen. Cody erinnerte an gemeinsame Auftritte mit seinem eigenen Vater Dusty und daran, wie besonders es sein kann, als Vater und Sohn den Ring miteinander zu teilen.
Styles greift bei einem Indie-Event für seinen Sohn ein
Wie nah Styles dem Ring weiterhin ist, zeigte sich am 4. Oktober bei Atlanta Wrestling Entertainment. Avery trat dort gegen „Mr. Dragongate“ Tristan Moody um die GWC Junior Championship an. Nach dem Match wurde er von den Palmetto Boys attackiert. Daraufhin erschien AJ Styles und vertrieb die Angreifer. Auch einen Styles Clash deutete er an, konnte den Move jedoch nicht ausführen. Anschließend half er Avery wieder auf die Beine und sprach mit seinem Sohn, der einen Arm um seine Schulter legte.
Der Auftritt bedeutete kein reguläres Comeback-Match. Styles wurde jedoch wieder körperlich in eine Ringszene eingebunden, nachdem seine aktive WWE-Karriere im Januar mit der Niederlage gegen Gunther beim Royal Rumble geendet hatte.
AJ Styles made a surprise appearance tonight at Atlanta Wrestling Entertainment saving Avery Styles from a post-match beatdown!
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(📹 wrestlelitlive on IG) pic.twitter.com/jTV26aJsE5— 𝐃𝐫𝐚𝐕𝐞𝐧 (@WrestlingCovers) October 5, 2026
Unterdessen steht für Avery der nächste größere Auftritt bevor. Der inzwischen bei TNA unter Vertrag stehende Nachwuchswrestler soll am 11. Oktober bei „Bound for Glory” am „Call Your Shot Gauntlet” teilnehmen. Außerdem wird berichtet, dass Frankie Kazarian ihn auf seinen Einsatz vorbereitet.
AJ Styles erwartet, dass Avery seinen eigenen Wrestlingstil entwickelt
Im Gespräch mit Rhodes ging es auch um die deutlichen Parallelen zwischen Vater und Sohn. Avery verwendet bereits mehrere Aktionen, die eng mit AJ verbunden sind, darunter den Phenomenal Forearm und den Spiral Tap. Styles sieht darin eine Entwicklungsphase. Junge Wrestler orientierten sich zunächst an Menschen, die sie bewundern. Mit wachsender Erfahrung könnten sie herausfinden, welche Aktionen und welche Darstellung tatsächlich zu ihnen passen.
Als Beispiel nannte er seine eigenen Anfänge. Damals habe er Billy Kidman nacheifern wollen und auch seinetwegen den Shooting Star Press eingesetzt. Im Laufe seiner Entwicklung sei daraus jedoch ein deutlich anderer Stil entstanden. Eine vergleichbare Veränderung erwartet er auch bei Avery.
Styles räumt ein, seinem Sohn gegenüber besonders streng zu sein
Gleichzeitig hinterfragte Styles seine eigene Rolle als Trainer und Vater. Er sei mit Avery vermutlich zu hart. Seine hohen Erwartungen könnten beim Sohn den Eindruck hinterlassen, dass keine seiner Leistungen gut genug sei. Styles müsse deshalb bewusst zurückdenken, wie seine eigenen ersten Matches ausgesehen hätten. Auch er habe Zeit gebraucht, um besser zu werden. Inzwischen versuche er, gelungene Dinge stärker hervorzuheben und nicht jede Schwäche sofort anzusprechen.
Avery soll möglichst vielfältige Erfahrungen sammeln: bei TNA, in der Independent-Szene und gegen unterschiedliche Gegner. Damit möchte Styles ihm Gelegenheit geben, sich weiterzuentwickeln und eigene Entscheidungen im Ring zu treffen.
Cody Rhodes’ Mutter hielt sich nicht an die geplante Ohrfeige
Neben Averys Entwicklung kamen auch gemeinsame Erlebnisse von Styles und Rhodes zur Sprache. Besonders in Erinnerung geblieben ist AJ eine Szene aus ihrem „I Quit“ Match bei Clash at the Castle 2024: Codys Mutter sollte ihn einmal ohrfeigen, schlug dann aber gleich dreimal zu.
Rhodes hatte damals vermutet, Styles könnte sie zu weiteren Schlägen aufgefordert haben. AJ verneinte das. Sie sei offenbar so sehr im Moment gewesen, dass sie über die vereinbarte Szene hinausging.
Styles erläuterte außerdem, wie stark er sich während solcher Matches auf seine Heel-Rolle einlasse. Dabei könne seine Darstellung deutlich von seinem Verhalten außerhalb des Rings abweichen, was ihm im Nachhinein gelegentlich unangenehm sei.
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