Der ungewöhnliche Sendetermin von AEW zum Jahresbeginn wirft die Frage auf, wie WWE die erste SmackDown-Ausgabe im Jahr 2027 vorbereitet. Zugleich ermöglichen neu zugängliche Angaben aus dem Aktionärsverfahren weitere Einblicke in den Medienrechtevertrag zwischen WWE und Netflix.
WWE soll an der Voraufzeichnung von SmackDown festhalten
Nach Informationen von „WrestleVotes Radio“ bei „Fightful Select“ plant die WWE weiterhin, die „SmackDown“-Ausgabe vom Freitag, dem 1. Januar 2027, vorab aufzuzeichnen. Auch die Ankündigung von AEW, „Dynamite: New Year’s Smash” ebenfalls stattfinden zu lassen – und das sogar live – soll daran nichts ändern.
Dem Portal zufolge erklärte eine WWE-Quelle, das Unternehmen wolle seinen Produktionsplan nicht umstellen, um SmackDown in dieser direkten Konkurrenzsituation mit AEW ebenfalls live zu senden. Es bleibe stattdessen bei der bereits vorgesehenen Veranstaltung am Montag, dem 28. Dezember, in Tampa, Florida.
WWE bewirbt diesen Abend offiziell unter dem Namen „Two Shows, One Night: Raw & SmackDown“. Veranstaltungsort ist die Benchmark International Arena. Laut dem Bericht soll dort neben der live ausgestrahlten Raw-Ausgabe auch die vier Tage später zur Ausstrahlung vorgesehene SmackDown Show produziert werden.
Die Wrestler sollen am Neujahrstag frei haben
Laut WrestleVotes steht hinter der gemeinsamen Produktion der Wunsch, den beteiligten Wrestlern einen Arbeitseinsatz am Neujahrstag zu ersparen. Diese Entscheidung sei bereits getroffen worden. Die WWE beabsichtigt daher, unabhängig von AEWs Programmplanung daran festzuhalten.
Der Bericht beschreibt außerdem die internen Erwartungen an die Zuschauerzahlen. Demnach wird davon ausgegangen, dass die aufgezeichnete Feiertagsausgabe ein niedrigeres Rating erreichen könnte als eine gewöhnliche Live-Show von SmackDown. Diese Einschätzung bestehe unabhängig davon, ob AEW zur selben Zeit eine Live-Ausgabe von Dynamite ausstrahlt.
AEW beginnt das Jahr mit zwei Live Shows
AEW hat „New Year’s Smash” für zwei aufeinanderfolgende Tage angekündigt. Ausnahmsweise findet Dynamite am Freitag, dem 1. Januar 2027, statt. Am Samstag, dem 2. Januar, folgt Collision, ebenfalls unter dem Namen „New Year’s Smash”.
Beide TV-Shows werden aus der Gateway Center Arena in College Park im US-Bundesstaat Georgia übertragen. AEW bewirbt den Veranstaltungsort als Atlanta und kündigt für beide Shows Live-Ausstrahlungen an. „Dynamite” weicht damit von seinem üblichen Mittwochstermin ab.
Der allgemeine Ticketverkauf beginnt am Freitag, dem 30. Oktober. Zuvor wurden bereits Verkaufsphasen für Premium-Angebote und weitere Vorverkaufsmöglichkeiten angesetzt.
WWE-Vertrag räumte Netflix Vorrang bei UFC-Verhandlungen ein
Abseits der TV-Terminplanung wurde eine weitere Vertragsbestimmung aus der Zusammenarbeit von WWE und Netflix bekannt. Brandon Thurston von Wrestlenomics berichtete am 27. Oktober über eine zuvor geschwärzte Passage in Unterlagen zum Aktionärsverfahren rund um den Zusammenschluss von WWE und UFC.
Demnach enthält der Anfang 2024 geschlossene Medienrechtevertrag ein vorrangiges Verhandlungsrecht für die US-Medienrechte der UFC. Damit erhielt Netflix die erste Gelegenheit, über dieses Rechtepaket zu verhandeln. Die Rechte gingen später an Paramount.
Laut F4W/WON hatte Thurston im Rahmen seiner Berichterstattung auf die Offenlegung der Passage hingewirkt. Das zuständige Gericht in Delaware hielt die von WWE vorgebrachten möglichen Nachteile einer Veröffentlichung für zu allgemein. Auch die zwischenzeitliche Einigung im Verfahren änderte nach der Gerichtsentscheidung nichts an der Frage der Offenlegung.
WWE führte die Klausel als Argument im Fusionsverfahren an
Thurston erläuterte außerdem, in welchem Zusammenhang die Vertragsbestimmung im Verfahren eine Rolle spielte. Die Anwälte der WWE brachten sie bei der Auseinandersetzung darüber vor, ob Belege zu Medienrechteverträgen nach dem Zusammenschluss in die geplante Gerichtsverhandlung einbezogen werden sollten.
Die WWE argumentierte, die Verbindung mit der UFC unter dem gemeinsamen Dach von TKO habe Vorteile bei Medienrechteabschlüssen gebracht. Damit widersprach das Unternehmen der Einschätzung eines von der Klägerseite beauftragten Experten.
Die für Juni 2026 vorgesehene Verhandlung fand nach einer grundsätzlichen Einigung der Parteien jedoch nicht statt. Angaben zu WWEs Anteil an dem Vergleich wurden bereits im August veröffentlicht. Damals berichtete Fightful unter Verweis auf TKOs Quartalszahlen über einen WWE-Anteil von 105 Millionen US-Dollar, von dem voraussichtlich 75 Millionen durch Versicherungsleistungen gedeckt werden sollten.
Netflix wollte laut Shapiro vor allem die großen UFC-Events
Warum die UFC-Rechte letztlich bei Paramount landeten, hatte TKO-Präsident Mark Shapiro im September 2025 bereits im Podcast „The Varsity“ erläutert. Demnach war Netflix primär an den großen, nummerierten UFC-Veranstaltungen interessiert.
TKO wollte diese jedoch gemeinsam mit den weiteren Fight-Night-Veranstaltungen vermarkten. Netflix blieb jedoch bei seiner Präferenz für die großen Einzelereignisse. Dadurch habe sich laut Shapiro die Möglichkeit für eine Vereinbarung mit Paramount und CBS ergeben.
Paramount und TKO kündigten ihren siebenjährigen US-Vertrag schließlich am 11. August 2025 an. Die Vereinbarung beginnt 2026 und umfasst die nummerierten UFC-Events sowie die Fight Nights auf Paramount+. Ausgewählte Großveranstaltungen werden zusätzlich auf CBS übertragen. Der offiziell genannte durchschnittliche Jahreswert des Vertrags beträgt 1,1 Milliarden US-Dollar.
Unredacted: WWE’s media rights deal with Netflix gave Netflix first rights to negotiate for UFC domestic media rights.
Those rights ultimately went to Paramount, not Netflix. https://t.co/WoJqJBHyfW
— Brandon Thurston (@BrandonThurston) October 27, 2026
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