Sorgen vor WWE Crown Jewel: Wrestler und Mitarbeiter sollen Saudi-Reise ablehnen: US-Ersatzort im Gespräch

WWE Crown Jewel Logo vor einer geteilten Kulisse mit der Flagge Saudi-Arabiens, der US-Flagge, zwei Stadtsilhouetten und einem Flugzeug. Ein Pfeil deutet einen möglichen Standortwechsel in die USA an.

Gut drei Wochen vor WWE Crown Jewel wird die Vorbereitung auf die Veranstaltung von Fragen begleitet, die weit über das Geschehen im Ring hinausgehen. Während der angekündigte Termin näher rückt, liefern neue Berichte weitere Einblicke in die Planungen und die Stimmung innerhalb des Unternehmens.

US-Ersatzveranstaltungsort soll bereits bereitstehen

Nach Informationen von WrestleVotes bei Fightful Select soll WWE bereits einen Veranstaltungsort in den USA als Ersatz für Crown Jewel bereithalten. Dieser könnte genutzt werden, falls die für den 7. November geplante Reise nach Riad nicht wie vorgesehen stattfinden kann. Um welche Stadt oder welche Arena es sich handelt, wurde nicht genannt.

Damit wird der bisher bekannte Ausweichplan konkreter. Bryan Alvarez hatte am 13. Oktober über F4W/WON berichtet, dass eine nicht genannte US-Stadt als Alternative zur Debatte stehe. Die neue Meldung beschreibt nun einen Ersatzveranstaltungsort, der bei Bedarf bereitstehen soll. Öffentlich bestätigte Einzelheiten zu einer Buchung oder den organisatorischen Voraussetzungen gibt es allerdings nicht.

Eine Entscheidung gegen Saudi-Arabien ist damit ebenfalls nicht verbunden. Laut WrestleVotes gehen WWE und die für die Reise eingeplanten Personen weiterhin davon aus, dass Crown Jewel wie angekündigt stattfindet, solange ihnen nichts anderes mitgeteilt wird.

WWE hält öffentlich an Riad fest

Auf der offiziellen Veranstaltungsseite führt WWE Crown Jewel weiterhin für den 7. November im Riyadh Season Stadium at KAFD in Riad. Die Show gehört zum Sport- und Unterhaltungsprogramm der Riyadh Season. Eine Verlegung oder Absage hat WWE dort bislang nicht bekannt gegeben.

Der berichtete US-Ersatzort ist deshalb als Vorsorge für eine mögliche Änderung einzuordnen. Aus seiner Existenz lässt sich weder ableiten, dass die Reise bereits gestrichen wurde, noch dass eine Verlegung unmittelbar bevorsteht. Ebenso bleibt offen, unter welchen konkreten Voraussetzungen WWE auf die Alternative zurückgreifen würde.

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Alvarez berichtet über große Vorbehalte gegen die Reise

Parallel zu den organisatorischen Planungen gibt es Berichte über erhebliche Sorgen innerhalb des Unternehmens. Bryan Alvarez berichtete in der Sendung „Wrestling Observer Live“, dass die Wrestler ihre Bedenken bislang nicht öffentlich geäußert hätten, ihre Ablehnung hinter den Kulissen aber deutlich sei. Alvarez‘ Darstellung der Stimmung fiel so weitreichend aus, dass demnach intern niemand nach Saudi-Arabien reisen wolle. Laut Alvarez hätten einzelne Mitarbeiter aus der Produktion auf Instagram ihre Vorbehalte geäußert. Die WWE soll darüber unzufrieden gewesen sein.

Alvarez berichtete außerdem von einem Gespräch mit einer nicht näher bezeichneten Person aus dem Unternehmen. Diese habe ihre Angst vor den möglichen Folgen eines Raketenangriffs beschrieben, wenn zahlreiche Wrestler und Mitarbeiter gleichzeitig vor Ort wären. Trotz dieser Sorgen geht die Person derzeit davon aus, die Reise antreten zu müssen.

Meltzer schildert den Wunsch nach einem geschlossenen Auftreten

Dave Meltzer berichtete bei Wrestling Observer Radio ebenfalls, WWE sei über öffentlich geäußerte Vorbehalte von Mitarbeitern außerhalb des Wrestlerkaders nicht erfreut gewesen. Das Unternehmen wolle nach außen geschlossen auftreten.

Mit Blick auf die Geschäftsbeziehungen zu den saudischen Partnern erwartet er eine möglicherweise kurzfristige Entscheidung. Eine offizielle Frist, bis wann der Austragungsort endgültig feststehen muss, hat WWE jedoch nicht bekannt gegeben.

Angriffe und Flugausfälle erschweren die Rahmenbedingungen

Die Bedenken stehen vor dem Hintergrund wiederholter Angriffe auf saudische Infrastruktur. Reuters berichtete am 15. Oktober unter Berufung auf die saudisch geführte Militärkoalition von 20 Angriffen auf den Flughafen King Khalid in Riad seit Monatsbeginn. Nach Angaben der Koalition kamen dabei 17 Menschen ums Leben, 333 wurden verletzt.

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Auch die Anreise ist betroffen. The Independent berichtete unter Berufung auf Daten von Flightradar24, dass am Dienstag, dem 13. Oktober, mindestens 572 Flüge vom Flughafen in Riad gestrichen worden seien. Die Auswirkungen der Sicherheitslage betreffen damit auch die Verkehrsverbindungen in die saudische Hauptstadt.

Weitere Veranstaltungen verschoben, Riyadh Season unter Vorbehalt

Andere Veranstalter haben bereits Änderungen vorgenommen. Der Six Kings Slam wurde von Oktober auf den 27. bis 30. Dezember verschoben. Als Begründung wurden organisatorische und logistische Schwierigkeiten genannt. Am 15. Oktober wurde außerdem die Verschiebung der ursprünglich vom 16. bis 25. Oktober in Dschidda vorgesehenen FIFAe Finals bekannt.

Auch der für den 24. Oktober geplante Gipfel der Europäischen Union und der Golfstaaten wurde verschoben. Der Golf-Kooperationsrat verwies auf anhaltende Bedrohungen und den unterbrochenen Flughafenbetrieb.

Ein Bericht des saudischen Nachrichtenaccounts @3ajel_ksa, der von US-Quellen aufgegriffen wurde, sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Demnach erwäge die General Entertainment Authority, die diesjährigen Riyadh-Season-Veranstaltungen abzusagen. Eine offizielle Bestätigung dafür liegt nicht vor. Sollte eine solche Entscheidung tatsächlich fallen, könnte sie auch die Veranstaltung „Crown Jewel” betreffen.

Nicht alle Veranstaltungen wurden bislang verschoben: Der Boxkampf zwischen Canelo Alvarez und Christian Mbilli am 31. Oktober wurde zuletzt weiterhin für Riad angekündigt.

3 Kommentare

  1. Das da überhaupt noch diskutiert wird.
    Das Ding Verlegen und gut ist.
    Da hab ich kein Verständnis für das es überhaupt so lang raus gezögert wird.
    Klar es geht um Kohle wie immer aber in erster Linie muss ich meine Mitarbeiter schützen.

  2. WWE will ein geschlossenes Auftreten? Bekommen sie hoffentlich … und dann sicher nicht so wie sich das die 3 Schlipsträger in der obersten Etage vorstellen.

  3. Wenn was passiert wird keiner die Verantwortung übernehmen wollen!
    Eine Bombe zum falschen Zeitpunkt und sie können einige Wrestler beerdigen! Unglaublich. Fliegt die Chef Etage auch hin oder schauen Sie aus sicherere Entfernung zu?

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