John Cena über Roman Reigns vs. LA Knight – Sein Rat an Cody Rhodes und CM Punk

John Cena steht mit einem WWE‑Mikrofon für eine Ankündigung im Ring

John Cena betrachtet den Druck auf WWE-Stars inzwischen aus einer anderen Perspektive als während seiner aktiven Laufbahn. In einem Gespräch bei „Busted Open“ sprach er über Roman Reigns und LA Knight, über Cody Rhodes’ Rolle an der Spitze, CM Punks WrestleMania-Ziel und die Folgen seines letzten Matches gegen GUNTHER.

Roman Reigns und LA Knight: Was eine scheinbar klare Ausgangslage verändern kann

Ausgangspunkt des Gesprächs war das World Heavyweight Championship Match zwischen Roman Reigns und LA Knight bei Money in the Bank. Cena hielt den amtierenden Champion für den klaren Favoriten, wollte einen Erfolg seines Herausforderers aber keineswegs ausschließen. Wie wenig vermeintlich sichere Erwartungen im Wrestling manchmal wert sind, verdeutlichte er mit einem Beispiel aus seiner eigenen Karriere: Schließlich habe er selbst einmal gegen Kevin Federline verloren.

An Knight schätzt Cena besonders dessen Weg nach oben. Er gehöre zu den Wrestlern, die sich ihre Position erarbeiten mussten, ohne von Beginn an als künftige Topstars vorgesehen gewesen zu sein. Beide hätten sich darüber ausgetauscht, wie man im Ring auftritt und eine Geschichte so erzählt, dass das Publikum ihr folgen kann.

Reigns wiederum beschrieb Cena als einen außergewöhnlich durchdachten Wrestler, der zu den Größten gehören könne. Doch selbst eine solche Stellung bringe eine Herausforderung mit sich: Je selbstverständlicher die Siege eines Champions würden, desto stärker könne beim Publikum der Wunsch nach Veränderung wachsen.

Diese Entwicklung kannte Cena aus seiner eigenen Laufbahn. Damals hätten Fans schon vor seinen Matches Schilder hochgehalten, auf denen sein nächster Sieg vorweggenommen wurde. Eine solche Erwartung könne anderen Wrestlern die Gelegenheit geben, die Zuschauer hinter sich zu versammeln. Als Beispiele führte er CM Punk und Daniel Bryan an.

Aus Cenas Sicht komme hinzu, dass die WWE unter Triple H möglicherweise flexibler auf die Reaktionen der Fans eingehe. Vince McMahon habe stärker an einem einmal eingeschlagenen Kurs festgehalten, was Cena ebenfalls respektiere. Unter der heutigen Führung könne er sich jedoch auch eine Änderung einer Entscheidung sehr spät vorstellen. Seine Einschätzung blieb damit bewusst offen. Reigns sei Favorit, das Ergebnis sei für ihn aber nicht unumstößlich.

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Cody Rhodes soll sich weniger Druck mit seiner Spitzenposition machen

Wie ein Star mit seiner Stellung umgeht, beschäftigte Cena auch bei Cody Rhodes. Ihm riet er, sich weniger an Bezeichnungen wie „QB1“ oder „Gesicht von WWE“ zu orientieren. Wer jeden Auftritt daran messe, ob er damit seine Position an der Spitze bestätige, lade sich zusätzliche Erwartungen auf.

Cena schätzt Rhodes’ bisherige Erfolge. Gerade deshalb wünsche er ihm, sich stärker auf die jeweils nächste Aufgabe zu konzentrieren. Wrestling sei eine gemeinsame Leistung vieler Beteiligter. Eine herausgehobene Position solle sich aus guter Arbeit ergeben, statt zum täglichen Maßstab für den eigenen Erfolg zu werden.

Dabei griff Cena auf seine eigene Karriere zurück. Seiner Erinnerung nach habe es nach seinen beiden WrestleMania Main Event Matches gegen The Rock 13 Jahre gedauert, bis er wieder ein großes Singles Match gegen Rhodes am Ende der Veranstaltung bestritten habe. Diese Zeit habe er jedoch nicht als dauerhafte Zurücksetzung betrachtet.

Für ihn war es entscheidend, sich auf die aktuelle Aufgabe zu konzentrieren. Diesen Ansatz verfolgte er bereits als „Doctor of Thuganomics“ in der damaligen wöchentlichen WWE-B-Show „Velocity“. Titel und Plätze auf der Matchcard können sich verändern. Die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit dürfe deshalb nicht ausschließlich davon abhängen.

Auch bei CM Punk sieht Cena die Belastung durch hohe Erwartungen

Von diesem Gedanken ausgehend, kam Cena auf CM Punks langjährigen Wunsch zu sprechen, im Main Event von WrestleMania zu stehen. Zunächst bezeichnete Cena Punks starke Fixierung auf dieses Ziel als Schwäche, präzisierte seine Aussage aber unmittelbar. Ihm gehe es um die zusätzliche Belastung, die sich Punk dadurch selbst auferlegt habe.

Cena betonte seine Zuneigung zu Punk und würdigte dessen persönliche Entwicklung. Seine Einordnung richtete sich gegen einen Maßstab, bei dem selbst große Erfolge unzureichend erscheinen, solange ein bestimmtes Karriereziel unerreicht bleibt.

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Punk hatte die Bedeutung eines WrestleMania Main Events früher auch mit den möglichen Auswirkungen auf seine Bezahlung begründet. Cena betrachtete die Frage vorwiegend aus der Perspektive persönlicher Zufriedenheit. Wer Erfüllung ausschließlich mit einer bestimmten Position verbindet, mache einen ohnehin anspruchsvollen Beruf noch belastender.

Auch die größten Namen könnten den Spitzenplatz nur für eine begrenzte Zeit einnehmen. Cena verwies dazu auf die vergleichsweise kurzen prägenden Phasen von „Stone Cold“ Steve Austin und Hulk Hogan. Sein Rat an Rhodes und seine Einschätzung zu Punk folgten damit demselben Gedanken: Ehrgeiz könne antreiben, solle aber nicht jede andere Leistung überschatten.

Wie Cena diese Haltung auf sein letztes Match gegen GUNTHER übertrug

Dass Cena diesen Anspruch auch an sich selbst stellte, zeigte sein Rückblick auf das letzte WWE-Match gegen GUNTHER. Als ihm der Gegner genannt worden sei, habe er die Aufgabe angenommen, statt sich für eine vertrautere Paarung einzusetzen. Schwierige Vorgaben verstand er als Gelegenheit, eine passende Geschichte zu entwickeln.

Bei GUNTHER habe er sofort an ein Ende durch Aufgabe gedacht. Damit sollte seine über Jahre von „Never Give Up“ geprägte Figur einen Abschluss erhalten, der von den Erwartungen vieler Fans abwich. Cena wollte seinem Gegner in diesem gemeinsamen Programm möglichst viel mitgeben.

Wie die WWE anschließend mit GUNTHER umging, konnte er hingegen nur von außen beurteilen. Kritik an dessen Darstellung nach dem Sieg wies Cena deshalb nicht grundsätzlich zurück. Die Fans könnten mit ihren Einwänden recht haben, ebenso sei aber denkbar, dass die WWE einen längerfristigen Plan verfolge.

Da er nicht mehr an den kreativen Besprechungen teilnahm, wusste er auch nicht, ob GUNTHER bewusst seltener eingesetzt wurde. Cena sah seine Verantwortung darin, den gemeinsamen Auftritt so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten und seinem Gegner Momentum zu verschaffen. Wie WWE darauf aufbaue, liege anschließend in den Händen der Verantwortlichen.

1 Kommentar

  1. Im Grunde sagt er gar nichts und sieht auch nichts kritisch. Er ist keiner, der hinterfragt, sondern ein Soldat, der Befehle befolgt. Die meisten Dinge mit dem Ehrgeiz und so vor der Kamera sind doch eh gescriptet. Das sind oft keine echten Ausraster oder Druckausübungen. Sie spielen die Rolle von QB1 und schreiben die Geschichte des Main Events bei WrestleMania mit CM Punk. Da kann man nicht sagen, die Akteure machen sich den Druck, wenn es als Storyarc benutzt wird.

    Und zu behaupten, die neue Führung höre mehr auf die Fans, ist auch nicht wahr. Triple H hat in einem Interview selbst gesagt, dass sie das Schiff steuern und nicht vom Kurs abweichen. Es ist irgendwie enttäuschend, was Cena wie eine Marionette sagt. Und was mit Gunther nach dem Match gegen Cena gemacht wurde, war komplett schwach. Das Lustigmachen über das Abklopfen, nachdem er selbst gegen Jey Uso nach zwei Sekunden abgeklopft hat, war einfach nur lächerlich.

    Die neue WWE-Führung denkt überhaupt nicht langfristig. Sie ist gar nicht in der Lage, tiefe, langfristige Stories zu erzählen. Die WWE erzeugt nur noch schnelle Schockmomente, um auf Social Media Views und Likes zu bekommen. Ob das in die Geschichte passt oder überhaupt einen Zusammenhang hat, ist denen schei*egal. Hauptsache schnelle Klicks.

    Die WWE hat ihre Seele verkauft, so wie viele andere Unternehmen oder Sportarten auch, um die Taschen zu füllen. Siehe allein die Werbung auf der Matte oder WrestleMania in Saudi-Arabien. Schade, was sie aus diesem Universum gemacht haben.

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