John Cena hat seine aktive Wrestling-Karriere beendet, doch damit verändert sich auch sein Blick auf mehr als zwei Jahrzehnte bei WWE. Bei einem ausführlichen Q&A sprach der 17-malige World Champion nun über Erinnerungen, bei denen seine Antworten teilweise ganz anders ausfielen, als es viele Fans vermutlich erwartet hätten.
John Cena nennt erstmals wirklich sein Lieblingsmatch
Während seiner aktiven Karriere hatte Cena auf die häufig gestellte Frage nach seinem Lieblingsmatch eine einfache Antwort parat: Es sei immer das nächste Match. Nach seinem Rücktritt funktioniert diese Ausweichmöglichkeit allerdings nicht mehr. Bei der Tampa Bay Comic Convention musste er sich deshalb erstmals tatsächlich festlegen und überraschte mit seiner Wahl: Weder ein WrestleMania Main Event noch eines seiner bekannten Matches gegen The Rock, CM Punk oder AJ Styles landete an erster Stelle.
Cena entschied sich stattdessen für den Beginn seiner WWE-Karriere. Gemeint ist sein im Fernsehen ausgestrahltes WWE-Debüt gegen Kurt Angle am 27. Juni 2002 bei SmackDown. Der damals noch weitgehend unbekannte Cena beantwortete Angles offene Herausforderung, prägte mit seiner Antwort „Ruthless Aggression“ zugleich einen Begriff, der später eine ganze WWE-Ära kennzeichnen sollte, und lieferte dem Olympiasieger ein überraschend umkämpftes Match. Cena verlor zwar, hinterließ bei seinem ersten großen WWE-Auftritt jedoch unmittelbar Eindruck.
Bereits bei einem früheren Auftritt hatte Cena genau dieses Match als besonders bedeutend hervorgehoben. Seine Begründung blieb dieselbe: Ohne diesen ersten Schritt innerhalb der WWE hätte es keine der späteren Begegnungen, Titelgewinne oder großen Stadionshows gegeben. Gerade deshalb besitzt der Auftritt gegen Angle für ihn nach dem Ende seiner Karriere einen besonderen Stellenwert.
Cena wollte ursprünglich rund 250 WWE-Termine absolvieren
Auch seine Abschiedstour hätte nach Cenas ursprünglicher Vorstellung deutlich umfangreicher ausfallen sollen. Als er WWE seine Pläne präsentierte, wollte er nach eigenen Angaben ein komplettes Jahr von seinen anderen Verpflichtungen freihalten und noch einmal einen nahezu vollständigen WWE-Zeitplan absolvieren. Cena ging dabei von ungefähr 250 Veranstaltungen innerhalb eines Jahres aus.
WWE machte ihm jedoch unmittelbar deutlich, dass sich die Arbeitsweise des Unternehmens inzwischen grundlegend verändert habe. Laut Cena erklärte ihm die Kreativabteilung, dass WWE heute nicht mehr nach dem früheren Modell mit einer derart hohen Anzahl von Veranstaltungen arbeite. Stattdessen liege der Schwerpunkt wesentlich stärker auf den wöchentlichen TV-Shows und den Premium Live Events.
Das Unternehmen plante daher lediglich 36 Termine mit Cena. Für ihn bedeutete das eine deutliche Anpassung seiner ursprünglichen Erwartungen. Er habe jedoch akzeptiert, dass WWE letztlich festlege, wie seine Abschiedstour eingesetzt werde. Eine Liste bestimmter Wunschgegner habe er ohnehin nicht mitgebracht. Sein Ziel sei vielmehr gewesen, noch einmal möglichst intensiv zum Geschäft beizutragen.
ECW One Night Stand übertraf selbst Cenas Erwartungen
Ein weiterer Rückblick führte Cena zu einem der berüchtigtsten Abende seiner Karriere. Beim ECW One Night Stand 2006 traf er im Hammerstein Ballroom in New York auf Rob Van Dam und wurde von einem Publikum empfangen, das den damaligen WWE Champion während des gesamten Matches mit massiver Ablehnung konfrontierte.
Bei seinem Q&A stellte Cena klar, dass ihn die feindselige Atmosphäre keineswegs überrascht habe. Er wusste genau, welches Publikum ihn erwartete und welche Rolle er in der Geschichte spielte. Aus Sicht der ECW-Fans verkörperte Cena den großen WWE-Konzern, während Rob Van Dam für die Außenseitermentalität und Identität von ECW stand.
Trotz dieser Vorbereitung sei die tatsächliche Intensität noch einmal außergewöhnlich gewesen. Für Cena entwickelte sich gerade daraus jedoch eine besondere Wrestling-Erfahrung. Er erinnerte auch an eine Promo vor der Veranstaltung, in der er erklärt hatte, bei einer Niederlage als einer der größten „Goats“ des Wrestlings in Erinnerung bleiben zu können. Damals wurde der Begriff noch im negativen Sinne für jemanden verwendet, der versagt hatte, während „GOAT“ heute meist für „Greatest of All Time“ steht. Cena nahm diese sprachliche Veränderung mit Humor.
Das Match endete schließlich mit Van Dams Titelgewinn und zählt bis heute zu den bekanntesten Begegnungen aus Cenas Karriere. Bereits früher hatte er positiv über die besondere Atmosphäre dieses Abends gesprochen.