Becky Lynch über ihre größten Ängste vor dem WWE-Durchbruch: Selbst ihr eigener Name gefiel ihr nicht

Becky Lynch ist emotional berührt

Becky Lynch hat im „No-Contest Wrestling Podcast“ ungewöhnlich offen über die Zeit gesprochen, in der ihre WWE-Karriere noch ganz am Anfang stand. Dabei zeichnete sie das Bild einer jungen Wrestlerin, die trotz großer Ambitionen ständig fürchtete, ihre Chance wieder zu verlieren, und deren spätere Selbstsicherheit damals kaum vorhanden war.

Becky Lynch mochte ihren WWE-Namen zunächst überhaupt nicht

Heute gehört der Name Becky Lynch zu den bekanntesten im modernen WWE-Wrestling, doch die Frau dahinter war von der späteren Namenswahl zunächst keineswegs überzeugt. Als sie während ihrer frühen NXT-Zeit ihren bisherigen Ringnamen Rebecca Knox hinter sich ließ, wurden verschiedene Alternativen diskutiert. Lynch erinnerte sich im Podcast unter anderem an Namen wie Quinn Cullen oder Meline Daily, konnte jedoch nicht mehr genau sagen, wer letztlich die Kombination „Becky Lynch“ zusammenstellte.

Mit ihrem Vornamen konnte sie sich noch anfreunden, der Nachname gefiel ihr dagegen zunächst überhaupt nicht. Trotzdem widersprach sie nicht nachhaltig. Der Grund dafür war weniger fehlende Meinung als vielmehr ihre damalige Angst, durch zu viel Widerstand den Verantwortlichen negativ aufzufallen. Lynch erklärte, sie habe zu diesem Zeitpunkt ständig befürchtet, entlassen zu werden. Sie sei so dankbar gewesen, überhaupt bei WWE zu sein, dass sie möglichst keine Schwierigkeiten verursachen wollte.

Auch „The Lass Kicker“ war keine Idee von Becky Lynch

Ähnlich überraschend fällt ihre Erinnerung an den früheren Spitznamen „The Lass Kicker“ aus. Die Bezeichnung wurde über längere Zeit zu einem festen Bestandteil ihrer WWE-Präsentation und erschien auch auf Merchandise. Lynch erklärte nun jedoch, dass sie selbst den Begriff weder erfunden noch zuvor verwendet habe.

Siehe auch  WWE soll einigen NXT-Aufsteigern klare Grenzen aufgezeigt haben – Titelmatches angekündigt

Nach ihren Angaben begegnete ihr der Name erstmals auf ihrem ersten entsprechenden WWE‑Shirt. Bis dahin habe sie nie darüber gesprochen, sich selbst als „The Lass Kicker“ zu bezeichnen. Ihre erste Reaktion sei sogar weniger von Begeisterung als von einer praktischen Frage geprägt gewesen: Lynch wunderte sich, ob männliche Fans tatsächlich ein Shirt mit diesem Aufdruck tragen wollten. Dennoch fand sie die Bezeichnung im Laufe der Zeit passend und gewöhnte sich an sie.

Schon mit 19 Jahren glaubte Lynch, ihr Traum könne bald vorbei sein

Ihre Angst, etwas zu verpassen oder zu spät zu sein, begann lange vor der WWE. Lynch berichtete, dass sie kürzlich ein altes Tagebuch gefunden habe, in dem sie sich bereits mit 19 Jahren enormen Druck machte. Damals glaubte sie, ihren Durchbruch unbedingt vor ihrem 20. Geburtstag schaffen zu müssen. Andernfalls müsse sie ihren Wrestling-Traum aufgeben und sich einen „richtigen Job“ suchen.

Rückblickend erscheint ihr diese Vorstellung selbst absurd. Lynch verglich ihr damaliges Denken mit Cinderellas Kutsche, die sich plötzlich wieder in einen Kürbis verwandelt. In ihrem Kopf sei der 20. Geburtstag eine Art unsichtbare Grenze gewesen, nach der ihre Gelegenheit vorbei sein würde.

Diese Denkweise begleitete sie auch Jahre später noch. Als Lynch im Alter von 25 Jahren ihr WWE-Tryout absolvierte, habe ihrer Erinnerung nach für Frauen eine Altersgrenze von 26 Jahren gegolten. Für sie fühlte sich die Möglichkeit deshalb wie die letzte Gelegenheit an, ihren Traum doch noch zu verwirklichen.

Selbst nachdem sie einen Vertrag erhalten hatte, verschwand der Zeitdruck nicht. Mit 27 Jahren habe sie sich bereits „uralt“ gefühlt und geglaubt, möglicherweise nur noch zwei Jahre zu haben, bevor WWE sie wieder aussortieren könnte. Parallel machte sie sich bereits Gedanken darüber, wann sie heiraten und eine Familie gründen müsste. Aus heutiger Sicht zeigt diese Erinnerung vor allem, wie stark Lynch damals versuchte, ihr gesamtes Leben nach selbst gesetzten Fristen auszurichten.

Warum Lynch jungen Talenten heute mehr Geduld empfiehlt

Inzwischen betrachtet die mehrfache WWE-Championesse diese Denkweise deutlich anders. Lynch zeigte sich erleichtert darüber, dass sich der Umgang mit Alter und Karrierewegen im Wrestling ihrer Wahrnehmung nach verändert hat. Junge Talente würden heute entspannter damit umgehen, wann bestimmte Erfolge eintreten müssten. Für Lynch ist das eine positive Entwicklung.

Siehe auch  WWE soll für Enzo Amore und Big Cass andere Pläne gehabt haben – Bericht nennt konkreten WrestleMania 43 Termin

Passend dazu sprach sie auch über die Bedeutung eines langsam aufgebauten Aufstiegs. Als Beispiel nannte sie Chelsea Green, deren Weg zur WWE Women’s Championship aus ihrer Sicht gerade deshalb so gut beim Publikum funktioniert habe, weil die Fans ihre Entwicklung über längere Zeit verfolgen konnten. Der Titelgewinn habe dadurch mehr Gewicht bekommen, als wenn Green unmittelbar nach ihrem Einstieg sämtliche großen Erfolge erreicht hätte.

Lynch erklärte, dass sie jüngeren Wrestlerinnen und Wrestlern inzwischen rät, nicht alles sofort erreichen zu wollen. So habe sie einer jüngeren Kollegin empfohlen, ihre Entwicklung bewusst „köcheln“ zu lassen und abzuwarten, bis das Publikum irgendwann nach dem großen Erfolg verlangt. Wer schon sehr früh sämtliche Championships und großen Momente abhakt, kann später Schwierigkeiten bekommen, weitere Erfolge ebenso besonders wirken zu lassen.