Undertaker kritisiert frühere WWE-Entscheidungen: Corporate Ministry, Sting und der Curtain Call

Undertaker blickt fassungslos in die Führungskamera
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Der Undertaker hat in einer Q&A-Ausgabe seines „Six Feet Under“-Podcasts auf mehrere umstrittene Momente seiner WWE-Karriere zurückgeblickt. Dabei machte Mark Calaway keinen Hehl daraus, dass er einige Entscheidungen bis heute nicht nachvollziehen kann.

Besonders deutlich fällt seine Kritik an der Corporate Ministry aus, durch die WWE aus seiner Sicht eines seiner stärksten Konzepte verwässerte. Auch das nie verwirklichte Match gegen Sting und der berüchtigte „Curtain Call“ im Madison Square Garden kamen zur Sprache.

Die Ministry of Darkness sollte Zuschauer verstören

Sehr positiv erinnert sich Calaway an die ursprüngliche Ministry of Darkness. Die Gruppierung habe WWE ermöglicht, mit Symbolik, angedeuteten Opferungen und verstörenden Bildern in deutlich dunklere Bereiche vorzudringen.

Während die ursprüngliche Undertaker-Figur hauptsächlich geheimnisvoll und unheimlich gewirkt habe, sei der Charakter während der Ministry-Zeit wesentlich gefährlicher erschienen. Die Zuschauer hätten nicht mehr nur einen ungewöhnlichen Wrestler gesehen, sondern eine Figur, deren Handlungen tatsächlich verstörend wirkten.

Genau diese Reaktion sei beabsichtigt gewesen. Die heftige Kritik, die WWE für einige Segmente erhalten habe, habe für Calaway gezeigt, dass die Präsentation ihre Wirkung nicht verfehlt habe. Besonders die vermeintlichen Opferungen und die Zeremonie mit Stephanie McMahon hätten die Grenzen dessen ausgetestet, was im damaligen WWE-TV möglich gewesen sei.

Calaway bezweifle, dass vergleichbare Inhalte unter heutigen Bedingungen noch einmal auf diese Weise gezeigt werden könnten. Die Reaktionen würden seiner Einschätzung nach noch wesentlich heftiger ausfallen.

Die meisten seiner damaligen Ideen seien tatsächlich genehmigt worden. Lediglich sein scherzhaft vorgetragener Vorschlag, Mideon wirklich zu opfern, sei als zu extrem abgelehnt worden. Der Undertaker habe dabei humorvoll argumentiert, dass eine solche Szene zumindest für hohe Einschaltquoten sorgen würde.

Corporate Ministry verwässerte das gesamte Konzept

Seine Begeisterung endete mit der Entscheidung, die Ministry of Darkness mit Vince McMahons Corporation zusammenzuführen. Aus beiden Gruppierungen entstand die Corporate Ministry, während McMahon als geheimnisvolle „Higher Power“ enthüllt wurde.

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Nach Calaways Einschätzung verlor die Storyline dadurch alles, was sie zuvor besonders gemacht habe. Die ursprüngliche Ministry habe gefährlich, unberechenbar und anders als die üblichen WWE-Gruppierungen gewirkt. Durch die Verbindung mit der Corporation sei daraus jedoch eine gewöhnliche Wrestling-Storyline innerhalb der McMahon-Familienfehde geworden.

Das düstere Konzept sei so stark verwässert worden, dass seine ursprüngliche Wirkung beinahe vollständig verloren gegangen sei. Calaway hatte diese kreative Entwicklung bereits früher kritisiert, formulierte seine Ablehnung in der aktuellen Podcastausgabe aber besonders unmissverständlich. Die Corporate Ministry habe aus seiner Sicht schlicht nicht funktioniert, und er habe diese Version der Gruppierung regelrecht gehasst.

Obwohl er die Entscheidung letztlich akzeptiert und seine Rolle weitergespielt habe, betrachtet Calaway die Zusammenlegung weiterhin als den Moment, in dem WWE einen der interessantesten Abschnitte seiner Figur vorzeitig beendete.

Warum Undertaker gegen Sting nie zustande kam

Eine weitere bis heute ungeklärte Entscheidung betrifft das nie verwirklichte Match zwischen dem Undertaker und Sting. Für zahlreiche Wrestlingfans galt die Begegnung über Jahre als eines der größten noch möglichen Dream Matches.

Calaway könne weiterhin nicht nachvollziehen, weshalb WWE die Paarung nie angesetzt habe. Für ihn sei die Begegnung ein offensichtlicher großer Main Event gewesen. Rückblickend betrachtet er das nicht zustande gekommene Match sogar als möglicherweise größte verpasste Chance der WrestleMania-Geschichte.

Vince McMahon habe die Idee offenbar entweder nicht überzeugend gefunden oder grundsätzlich nicht umsetzen wollen. Eine konkrete Erklärung habe Calaway jedoch nie erhalten.

Nach jener WrestleMania, bei der die Begegnung aus seiner Sicht hätte stattfinden können, seien er und Sting zufällig im selben Flugzeug gewesen. Dort hätten sie über das ausgebliebene Match gesprochen. Calaway habe seinem Kollegen allerdings ebenfalls nicht erklären können, weshalb WWE sich dagegen entschieden hatte.

Persönliche Reue empfinde er deshalb nicht. Er hätte das Match gern bestritten, habe aber keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt. Sowohl er als auch Sting seien grundsätzlich verfügbar gewesen, die entscheidende Zustimmung von WWE sei jedoch ausgeblieben.

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Anhaltende Kritik am Curtain Call von 1996

Auch zum berüchtigten „Curtain Call“ äußerte sich der Undertaker erneut. Shawn Michaels, Triple H, Kevin Nash und Scott Hall hatten sich im Mai 1996 nach einer Show im Madison Square Garden gemeinsam vom Publikum verabschiedet.

Dabei legten sie ihre damaligen Rollen für einen Moment ab, obwohl sie innerhalb der WWE-Storylines teilweise als erbitterte Gegner präsentiert wurden. Hall und Nash standen zu diesem Zeitpunkt unmittelbar vor ihrem Wechsel zu WCW.

Calaway sei an diesem Abend nicht anwesend gewesen. Rückblickend hält er das möglicherweise für einen glücklichen Umstand, da die Aktion gegen beinahe alles verstoßen habe, woran er damals hinsichtlich des Wrestlinggeschäfts geglaubt habe.

Er könne nachvollziehen, dass die vier Männer enge Freunde gewesen seien und sich voneinander verabschieden wollten. Trotzdem hätten sie sich in diesem Moment aus seiner Sicht über das Geschäft gestellt und damit egoistisch gehandelt.

In der heutigen Wrestlingwelt würde eine vergleichbare Szene für Calaway kaum noch dieselbe Bedeutung besitzen. Durch soziale Medien, öffentliche Backstageaufnahmen und eine insgesamt offenere Darstellung der Branche seien die Grenzen zwischen Rollen und Privatpersonen inzwischen erheblich durchlässiger.

Persönlichen Groll hege er wegen des Vorfalls nicht mehr. Seine grundsätzliche Bewertung habe sich dennoch nicht verändert.