UHD: „Jack Ryan: Shadow Recruit“

                                  Getestet und verfasst von General M 

                     Quelle Bildmaterial: „Jack Ryan: Shadow Recruit, ©2014 Paramount Pictures. All rights reserved.“ 

                                                                  Ab sofort erhältlich 

71WvMztNirL. SL1200 Eine Menge verschiedener Faktoren sind dafür verantwortlich, dass dem 2002 erschienenden Soft – Reboot im Rahmen des durchaus erfolgreichen Der Anschlag keine Fortsetzung folgen sollte. Lange Zeit blieb es ruhig um weitere Filmabenteuer des einst so präsenten CIA – Analytikers Jack Ryan. 2013 starb dann auch noch dessen Schöpfer Tom Clancy. Ein Jahr später nahmen sich die Verantwortlichen bei Paramount dann letztendlich doch abermals der Romanfigur an, dieses Mal jedoch mit einer ganz eigenen Geschichte, die abermals das Fundament für einen Neustart legen sollte. Dass dies bei allen Bemühungen dennoch der vorerst letzte Teil der Filmreihe werden sollte, wissen wir heute nur zu gut. Jack Ryan: Shadow Recruit bildet den vorläufigen Abschluss der Reihe – und damit ebenso den Abschluss unseres Monatsspecials. 

Der Film

Nach den verheerenden Anschlägen vom 11. September 2001 bricht der Wirtschaftsstudent Jack Ryan (Chris Pine, Star Trek) sein Studium kurzerhand ab und meldet sich freiwillig zur Armee. An der afghanischen Front macht er sich schnell als hervorragender Analyst bemerkbar, der den Feind und dessen Aktivitäten klug einschätzen kann. Dumm nur, dass seine Berichte bei den Vorgesetzten nur auf wenig Interesse stoßen. Ein geplanter Einsatz geht schief und Ryan landet schwer verletzt im Krankenhaus. Während der langen und schmerzhaften Rehabilitation lernt er die junge Ärztin Cathy (Keira Knightley, Fluch der Karibik) kennen und lieben.

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Einige Zeit später rekrutiert ihn CIA – Veteran Harper (Kevin Costner, Man of Steel), der Ryans analytisches Potenzial erkannt hat, schließlich für die Agency. Statt diesen aber zurück an die Kriegsfront zu schicken, soll Ryan nach Abschluss seines Studiums nun verdeckt an der Wall Street nach dubiosen Bewegungen auf dem Finanzsektor Ausschau halten. In dieser Position gerät er zehn Jahre später auf die Spur des sterbenskranken russischen Oligarchen Viktor Cherevin (Kenneth Branagh, Mord im Orientexpress), der durch Manipulationen am Börsenmarkt einen verheerenden Finanzcrash der Vereinigten Staaten auslösen und somit Russland wieder an die Spitze der Weltökonomie hieven will.

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Ryan wird kurzerhand nach Russland geschickt, um Cherevin auf die Finger zu klopfen. Klar, dass dem das so gar nicht gefällt. Als dann aber auch noch die argwöhnische Cathy auf der Bildfläche auftaucht, wird die Sache erst richtig kompliziert. Der Analyst muss schneller zum Agenten werden, als ihm lieb ist…

Die Rezension

Die 201Xer Jahre sind wie kaum ein anderes Jahrzehnt geprägt von Remakes und Reboots. Während die meisten davon sang- und klanglos bei Kritikern und Kinogängern durchfielen, gab es auch den ein oder anderen Überraschungshit zu bestaunen. Jack Ryan: Shadow Recruit ist trotz seiner soliden Inszenierung aber keiner davon. Über weite Strecken vorhersehbar und wenig innovativ gestrickt, bietet er allenfalls solide Thrillerkost, kann dabei aber kaum die Klasse früherer Jack Ryan – Verfilmungen erreichen. Regisseur Kenneth Branagh, der hier auch die Rolle des Schurken mimt, sorgt zwar für eindrucksvolle und stimmige Bilder, auch die Action ist solide inszeniert, dabei bleibt aber das wichtigste Element eines Thrillers konsequent auf der Strecke: Die Spannung. Zu sehr auf Hightech getrimmt vermag es der Film einfach nicht, frische Akzente im Genre zu setzen und nimmt sich anders als die meisten Vorgänger nur wenig Zeit für seine Figuren, die meistens austauschbar und blass wirken. 

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Chris Pine, der nach dem immensen Erfolg des Star Trek – Reboots und dessen Fortsetzung zeitweise ein ganz heißes Eisen im jüngeren Generationenkino war, gelingt es einfach nicht, die teils immensen Fußstapfen seiner Vorgänger in der Rolle des CIA – Analytikers auszufüllen. Nur ganz selten blitzen Momente auf, wo man wirklich das Gefühl hat, es mit eben jener Figur zu tun zu haben, die man über die Jahre kennengelernt hat. Der Jack Ryan von 2014 wirkt leider über viel zu weite Strecken generisch, ersetzbar und lässt einfach Profil vermissen. Gleiches gilt auch für Branagh als austauschbarem russischem Bösewicht nach Schema F, der zwar über manch guten Ansatz verfügt, diesen aber nie richtig ausnutzt. Und auch Keira Knightley will als junge Cathy Muller einfach nicht richtig zünden. Kevin Costner hat mir dafür in der Rolle des angegrauten CIA – Mentos gut gefallen. Seltsamerweise ist der immer dann besonders gut, wenn er sich zurückhaltend am Rand bewegt.

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Und genau das gilt im Grunde auch für die gesamte Filmreihe. Jack Ryan: Shadow Recruit ist kein Fehlschlag auf ganzer Linie und weiß durchaus zu unterhalten, wenn man mit wenig Anspruch an die Sache herangeht. Aber von allen Filmen im Ryan – Kosmos ist er auch mit Abstand am weitesten von deren zentralen Leitmotiven entfernt und wirkt damit eher wie eine Art James Bond Junior. 

Die UHD

Anders als seine Vorgänger hat hier keine 4K – Neuabtastung vom Originalnegativ für die UHD – Veröffentlichung stattgefunden. Stattdessen kommt das gleiche 2K Digital Intermediate – Master zum Einsatz, welches bereits für die Kinoauswertung basierend auf dem analogen 35mm – sowie dem digitalen Epic RED – Material erstellt wurde. Hier nur eben hochskaliert auf 4K und natürlich versehen mit erweitertem Farbraum sowie Dolby Vision/HDR10. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und bietet von allen fünf Filmen der Collection das beste Bild, welches durch hohe Detailfreudigkeit besticht. Bis auf wenige unscharfe Einstellungen zeigt sich das Geschehen stets scharf und bewahrt auch in schnellen Szenen eine angenehme Bildstabilität. Besonders auffällig zeigt sich die übermäßig warme Farbgebung, die von sichtbaren Gelb- und Brauntönen dominiert wird und dem Film somit einen sehr stilistischen, dafür aber auch wenig natürlichen Look verleiht. Besonders die Gesichter wirken unter den Umständen stets etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür brillieren die Schwarzwerte im recht düster gehaltenen Geschehen und liefern tolle Nuancierungen, ohne dabei Details zu verschlucken. Alles in allem ein solider, aber nicht weltbewegender Qualitätssprung zur nicht viel schlechteren Blu-Ray, die auch hier obligatorisch der UHD als Extra beiliegt. 

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Während der englische Ton wie auch bereits auf der regulären HD – Veröffentlichung im verlustfreien DTS-HD MA 7.1 – Format daherkommt und endlich mal anständigen Gebrauch von immersiver Raumdynamik macht und darüber hinaus stets gute Stimmverständlichkeit bietet, werden deutschsprachige Zuschauer abermals mit veraltetem Dolby Digital 5.1 – Ton abgespeist. Und die kann gegen den Originalton nahezu komplett einpacken. Hier gehen dem Zuhörer im direkten Vergleich Unmengen von Details verloren. Die gesamte Effektplatzierung lässt zu wünschen übrig und verfügt kaum über nennenswerte Dynamik, gleichzeitig geht hier damit auch die Immersion nahezu komplett über den Jordan. Es mangelt an Wumms und Klarheit, zudem präsentiert sich der deutsche Ton grundsätzlich viel zu leise, die Stimmen im Center sind somit grundsätzlich viel schwerer zu verstehen. That´s what you get when you get a Paramount release. 

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Etwas dünn ausgefallen ist auch das Bonusmaterial, welches sich wie immer komplett auf der beiligenden Blu-Ray befindet und den bisher bekannten Extras entsprechend auch nichts Neues hinzufügt. Es bleibt beim Audiokommentar von Regisseur Kenneth Branagh sowie dem Produzenten Lorenzo di Bonaventure, dazu gesellen sich vier Featurettes mit teils interessanten Hintergründen zur Erschaffung des Films. Vieles davon liefert Antworten auf den langen Entstehungsweg seit Der Anschlag und betrachtet auch die Figur des Jack Ryan nochmals von allen Seiten. All das zum Glück dann dieses Mal auch in High Definition. 

Fazit

ava4„Einer sehr gemischten Gesamtveröffentlichung folgt am Ende auch ein sehr gemischtes Fazit. Wie auch bei der Mission: Impossible – Collection kommen die einzelnen Jack Ryan – Filme mal mehr, mal weniger gut in 4K zur Geltung. Während besonders Jagd auf Roter Oktober und Das Kartell in jede gute Thrillersammlung gehören und als UHD durchaus schon wegen der deutlich besseren Bildqualität eine Anschaffung wert sind, zeugt der Rest eher durch Detailverbesserungen. Lediglich Der Anschlag stellt optisch noch einen deutlichen Mehrwert dar, da hier das Bildrauschen glücklicherweise passé ist. Die Ausstattung der deutschen Kaufversionen sind aber wieder mal unter aller Sau und bieten besonders in Sachen Ton nur bekannte Uralt – Spuren, die im Vergleich zu den ebenfalls nicht neuen Originalspuren oft deutlich in Sachen Klangqualität abstürzen. Auch bei den Extras gibt es nichts Neues zu vermelden. Teils tolle Filme werden so leider im Rahmen der paramount´schen Veröffentlichungspolitik verhunzt und völlig überteuert auf den ahnungslosen 4K – Enthusiasten losgelassen. Für Besitzer der Blu-Ray´s kaum eine lohnenswerte Verbesserung, für Neueinsteiger aber zu einem günstigeren Preis doch einen Blick wert.“

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