Finn Bálor spricht offen über WWE-Promos: „Ich gebe meine Würde nicht auf“

Finn Bálor steht im Ring und teilt den WWE-Fans etwas mit
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In einem ausführlichen Gespräch im Stephanie-McMahon-Podcast „What’s Your Story?” hat WWE-Star Finn Bálor überraschend offen über seine bis heute andauernden Schwierigkeiten mit dem WWE-Promo-Format gesprochen. Darüber hinaus äußerte er sich zu einem möglichen Wrestling-Match mit Conor McGregor, zu der Liste der ursprünglich geplanten WWE-Ringnamen und zu seiner Idee, gemeinsam mit Shinsuke Nakamura eine WWE-NXT-Japan-Marke aufzubauen.

Das Trash-Talking und der Würde-Konflikt

Bálor sprach offen darüber, dass das klassische Trash-Talking ihm bis heute schwerfalle. „Meine Würde gebe ich nicht auf, nur um Dinge zu sagen, die ich nicht meine.“ Er habe diese Position erreicht, indem er sich selbst treu geblieben sei, und das wolle er nicht ändern. Zudem habe er einen Karrierepfad genommen, in dem die rein verbale Promo lange Zeit keine Rolle spielte.

Er begann in England, wo Mat-Wrestling dominierte, danach folgte Japan mit dem Strong-Style-Schwerpunkt. Erst der Wechsel zu NXT konfrontierte ihn mit der vollen Promo-Pflicht. Auch wenn diese Schwäche aus seiner Sicht karrierefördernd sein könnte, ist er nicht bereit, dafür seine Identität zu opfern.

Vom NXT-Debüt zum Paul Heyman-Prinzip

Sein erster echter Promo-Auftritt liegt zwar bereits Jahre zurück, prägt seine Sicht aber bis heute. Vor seinem NXT-Debüt habe er nur die Wörter: „I’m Finn Balor and I’m the future“ merken müssen, dennoch sei er extrem nervös gewesen.

Während er beim Wrestling selbst im Flow sei und sich von seinen Emotionen leiten lasse, fühle sich der Sprech-Teil wie Schauspielerei an. Ein wichtiger Wendepunkt sei erst kürzlich gekommen, als ihm Paul Heyman ein Prinzip nahegebracht habe, das er bis dahin nicht so klar gesehen habe. Er solle Promos genauso behandeln wie Matches, nämlich ohne den Versuch, jeden Move oder jedes Wort vorab festzulegen. In seinem Match lasse er sich treiben, sei einfach präsent. Bei Promos versuche er dagegen, jedes Wort auswendig zu lernen, was nicht der Logik seines eigenen Match-Stils entspreche. Seit dieser Heyman-Lehre nehme er sich genau das mehr zu Herzen.

Die Scheu vor Medienauftritten und der Cody-Rhodes-Kontrast

Bálor erklärte zudem, dass die Promo-Hürde nur einen Teil eines größeren Themas darstelle. Er meide auch außerhalb von WWE bewusst Medien-Auftritte, Podcasts und öffentliche Auftritte. Wrestling sei für ihn die zentrale Ausdrucksform, körperlich drücke er sich besser aus als mit Worten. In den vergangenen Jahren habe er sich daher gezielt aus dem Rampenlicht zurückgezogen.

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Dabei zog er selbst den Vergleich zu Undisputed WWE Champion Cody Rhodes und zollte ihm ausdrücklich Respekt. Während Rhodes das Rampenlicht bewusst suche, ziehe er selbst das Wrestling, den Backstagebereich und die Zeit mit den Kollegen vor. Das sei der eine Teil des Jobs, in dem er nicht herausstechen wolle, auch wenn ihm bewusst sei, dass eine größere Investition in diesen Bereich für seine Karriere möglicherweise vorteilhaft wäre.

Die ursprünglich geplanten Ring-Namen und die McGregor-Pointe

Eine besonders aufschlussreiche Ebene des Gesprächs betraf die Frage, wie der Ring-Name Finn Bálor überhaupt zustande kam. Bei seinem WWE-Wechsel 2014 hatte Stephanie McMahon ihm beim ersten Treffen im Performance Center eine ausgedruckte Liste mit Ring-Namens-Vorschlägen vorgelegt.

Auf der Liste stand neben anderen Namen auch „Liv“, den Paul Levesque besonders favorisierte. Liv Morgan debütierte später 2017 mit diesem Namen im Main Roster und ist inzwischen WWE Women’s World Championesse. Triple H habe zudem den Namen „Rux“ vorgeschlagen, später jedoch wieder verworfen, weil Fans an RuPaul gedacht hätten.

Besonders bemerkenswert ist der dritte Namensvorschlag. Auf der Liste stand auch „McGregor“. Bálor sei sich rückblickend sicher gewesen, dass Conor McGregor zu einem Mega-Star werde, und habe den Namen daher abgelehnt. McGregor hatte zu diesem Zeitpunkt 2014 gerade seinen Boston-Kampf gewonnen, sich dabei aber das Knie verletzt. Bálor entschied sich letztlich selbst für „Finn Balor“ auf Basis der gaelischen Mythologie. Bálor sei der einäugige Dämonenkönig, Finn mac Cumhaill der David-artige Held, der diesen Dämon besiegt.

McGregor-Wunsch-Match und die NXT-Japan-Vision

Auf die direkte Frage, ob er gerne einmal in einem Wrestling-Match auf Conor McGregor treffen würde, antwortete Bálor unmissverständlich mit „Absolut“. Er würde McGregor allerdings lieber an seiner Seite haben als in einer direkten Konfrontation, und das Match müsse im Wrestling-Ring stattfinden, nicht in einem MMA-Käfig.

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Diese Aussage hat zusätzliches Gewicht, weil sowohl WWE als auch UFC inzwischen unter dem TKO-Holdings-Dach laufen, eine Kreuzbuchung also strukturell deutlich näher liegt als noch vor einigen Jahren.

Eine zweite große Vision, die Bálor im Gespräch teilte, betrifft seine Zukunft nach seiner aktiven Karriere. Er habe sich lange vorgestellt, seine Karriere in Japan zu beenden, allerdings möchte er dort nicht mehr aktiv wrestlen. Stattdessen schlug er vor, die WWE könne eine NXT-Japan-Marke aufbauen und er und Shinsuke Nakamura könnten Paul Levesque beim Aufbau als rechte Hand unterstützen. Beide kennen Japan sehr gut: Bálor war als Prince Devitt Mitbegründer des Bullet Club bei New Japan Pro Wrestling und Nakamura zählte zu den jüngsten IWGP-Heavyweight-Champions überhaupt.