Damian Priests WWE-Vertrag sorgt rückblickend für Staunen: Was sich während seiner größten Aufstiegsphase änderte

Auf dem Bild ist Damian Priest in schwarzer Wrestling-Kleidung während seines Einzugs zu sehen, während hinter ihm farbenfroher Rauch in Gelb, Grün, Pink, Rot und Violett sowie helle Arena-Beleuchtung für eine auffällige Kulisse sorgen

Damian Priests Aufstieg an die Spitze von WWE verlief innerhalb weniger Monate rasant. Hinter den Kulissen soll seine Situation während dieser Zeit allerdings wesentlich ungewöhnlicher gewesen sein, als es im Fernsehen den Anschein machte. Rückblickend wirft sie auch ein interessantes Licht auf den damaligen Umgang der WWE mit auslaufenden Verträgen.

Neue Aussage zu Damian Priests damaliger Vertragssituation

Sean Ross Sapp hat bei einer Fragerunde von Fightful Select neue Details über Damian Priests WWE-Vertrag und die damaligen Abläufe innerhalb der Talentabteilung genannt. Nach Sapps aktueller Erinnerung soll Priests vorheriger Vertrag sogar ausgelaufen sein, während dieser noch den Money in the Bank Koffer hielt. Sapp schränkte seine Aussage zunächst mit der Formulierung ein, er sei sich „ziemlich sicher“, dass Priest zu den betroffenen Wrestlern gehört habe, erklärte anschließend jedoch ausdrücklich, dessen Vertrag sei während seines Runs als Mr. Money in the Bank abgelaufen.

Das wäre bemerkenswert, denn Priest gehörte zu diesem Zeitpunkt längst zu den prominent eingesetzten WWE-Stars. Er war Teil von The Judgment Day, hielt den Money in the Bank Koffer und wurde für einen späteren Aufstieg in den Main Event vorbereitet.

Von einem geplanten Abschied Priests war dabei offenbar keine Rede. Sapp betonte, dass er nicht davon ausgehe, dass Priest damals ernsthaft vorhatte, WWE zu verlassen. Die Promotion hatte offensichtlich größere Pläne mit ihm, die sich später auch erfüllten.

Frühere Berichte zeichneten noch ein etwas anderes Bild

Bei der neuen Aussage ist allerdings eine wichtige Einschränkung notwendig. Fightful hatte im Jahr 2024 berichtet, dass Priests damaliger WWE-Vertrag im Februar auslaufen sollte und eine neue mehrjährige Vereinbarung erst wenige Tage vor diesem Termin abgeschlossen worden sei. Auch weitere Berichte griffen diese Darstellung anschließend auf.

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Die damalige Version lautete somit: WWE ließ die Verhandlungen extrem knapp werden, schloss den neuen Vertrag aber noch vor dem tatsächlichen Ablauf ab. Sapps aktuelle Aussage geht einen Schritt weiter und würde bedeuten, dass die alte Vereinbarung zumindest kurzfristig tatsächlich ausgelaufen war. Ob inzwischen neue Informationen vorliegen oder Sapp die damalige zeitliche Abfolge aus der Erinnerung anders einordnet, ist nicht bekannt.

Deshalb lässt sich derzeit nicht mit letzter Sicherheit feststellen, ob Priest tatsächlich für einen kurzen Zeitraum ohne gültigen WWE-Vertrag war. Sicher erscheint dagegen, dass die Verlängerung außergewöhnlich spät zustande kam.

Priest befand sich mitten in einem der wichtigsten WWE-Programme

Gerade der Zeitpunkt macht die Geschichte so ungewöhnlich. Priest hatte den Money in the Bank Koffer am 1. Juli 2023 gewonnen und war dadurch jederzeit zu einem World Championship Match berechtigt. Gleichzeitig gehörte The Judgment Day zu den zentralen Gruppierungen der WWE-Shows. Zusätzlich hielt Priest gemeinsam mit Finn Bálor zeitweise die Tag Team Championship. WWE behandelte ihn damit keineswegs wie einen Wrestler, dessen Zukunft innerhalb des Unternehmens ungewiss war.

Wenige Wochen nach der fraglichen Vertragsphase wurde deutlich, wie groß die Pläne tatsächlich waren. Bei WrestleMania XL löste Priest seinen Money in the Bank Vertrag erfolgreich ein und gewann die World Heavyweight Championship. Dass die vertragliche Situation eines Wrestlers mit einer solchen Position überhaupt bis unmittelbar vor den Ablaufzeitpunkt gelangte, soll intern bei mehreren Personen für Unverständnis gesorgt haben.

Kritik am damaligen Umgang mit Vertragsverhandlungen

Sapp stellte Priests Situation in einen größeren Zusammenhang mit der damaligen Tätigkeit von Dan Ventrelle, der als Executive Vice President of Talent für WWE arbeitete. Nach Angaben von Fightful waren nicht alle Wrestler mit Ventrelles Vorgehensweise bei Vertragsgesprächen zufrieden. Einige Talente sollen das Gefühl gehabt haben, dass ihre Bedeutung für WWE in den Verhandlungen heruntergespielt wurde.

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Ein weiterer Kritikpunkt war offenbar, dass Gespräche teilweise erst sehr spät begonnen wurden. Verträge gelangten dadurch ungewöhnlich nahe an ihr Ablaufdatum. Priest war dabei nicht das einzige prominente Beispiel. Auch bei Drew McIntyre berichtete Fightful 2024 von sehr spät aufgenommenen Gesprächen. McIntyre war zu diesem Zeitpunkt längst in einer großen WrestleMania-Fehde eingesetzt und wurde sogar bereits für Clash at the Castle in Schottland beworben.

Auch die Vertragssituationen von Namen wie Seth Rollins, Becky Lynch und Finn Bálor rückten damals vergleichsweise spät in den Fokus.

WWE strukturierte den Talentbereich anschließend neu

Ventrelle verließ WWE im April 2024. Im Anschluss wurde der Talent-Relations-Bereich neu organisiert. Chris Legentil und Matt Altman erhielten größere Verantwortungsbereiche, während Shawn Michaels stärker für Talent Development und Recruiting zuständig wurde. Die übergeordnete sportliche Verantwortung blieb bei Paul „Triple H“ Levesque.

Sapp erklärte nun, dass sich WWEs Herangehensweise an Vertragsverlängerungen seit dieser Phase weiterentwickelt habe. Auch heute könne es vorkommen, dass Gespräche erst vergleichsweise spät geführt werden, doch der damalige Umgang mit einigen Verträgen sei intern nicht bei allen Beteiligten gut angekommen.